Bodo Ramelow: Innenminister mit deutlichen Worten zum Ministerpräsidenten – „Peinlich“

Innenminister Georg Maier (SPD) kritisiert das Verhalten von Ministerpräsident Ramelow. Er sagt aber auch: Thüringen müsse sich auf wichtigere Themen konzentrieren!
Innenminister Georg Maier (SPD) kritisiert das Verhalten von Ministerpräsident Ramelow. Er sagt aber auch: Thüringen müsse sich auf wichtigere Themen konzentrieren!
Foto: imago images / Future Image / pictureteam

Erfurt. Der „Mittelfinger-Eklat“ um Ministerpräsident Bodo Ramelow schlägt weiter hohe Wellen!

Vor einer Woche hatte Bodo Ramelow dem AfD-Abgeordneten Stefan Möller während einer Sitzung des Thüringer Landtags den Stinkefinger gezeigt. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) findet nun deutliche Worte über den Vorfall und das, was sich danach so abspielte: „Peinlich“.

Bodo Ramelow: Nach Stinkefinger-Eklat – Innenminister mit deutlicher Botschaft

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) kritisiert das Verhalten von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). „Bodo Ramelow hat in seiner Funktion als Ministerpräsident mit seiner Aktion dazu einen Beitrag geleistet und eine Schwelle überschritten“, sagte Maier im Interview mit der Thüringer Allgemeinen Zeitung.

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Das ist Bodo Ramelow:

  • Bodo Ramelow wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe
  • Er hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • Er ist seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • Er ist der erste Ministerpräsident eines Bundeslandes, er den Linken angehört

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Grund dafür, ist der Ausraster des Ministerpräsidenten bei einer Landtagssitzung in der vergangenen Woche. Dabei hatte Ramelow einem AfD-Abgeordneten den Stinkefinger gezeigt und ihn einen „widerlichen Drecksack“ genannt.

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Maier könne schon nachvollziehen, wieso das sprichwörtliche Fass beim Ministerpräsidenten übergelaufen sei und er im Affekt reagierte. „Aber wenn man das eine gewisse Zeit später in der Weise wiederholt“, dann sei dies nicht mehr zu vertreten.

Kritik aus der CDU: „unwürdig und nicht verzeihlich“

Noch etwas deutlichere Kritik kommt derweil aus den Reihen der CDU: Der Kreisvorsitzende der CDU Erfurt, Wolfgang Weisskopf, nennt die Aktion „unwürdig und nicht verzeihlich“. „Ich möchte von keinem Ministerpräsidenten regiert und repräsentiert werden, der bei allem Verständnis[...], sich dazu verleiten lässt, als Mensch die Fassung und Haltung zu verlieren und, was jedem Kind mit Recht verboten wird, den Stinkefinger zu zeigen“, wird Weisskopf in einer Pressemitteilung der CDU zitiert.

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Maier: „wirklichen Problemen des Landes“ ansprechen

Innenminister Maier allerdings scheinen vor allem auch die Reaktionen auf den Vorfall zu ärgern. Ein paar Tage später twitterte Maier: „Alltag in Thüringen: Nazis verkaufen eigenes Bier, betreiben Gaststätten, erwerben Immobilien, veranstalten Trainingscamps, attackieren Jugendliche (mutmaßlich), aber die Welt interessiert sich vor allem für einen peinlichen Stinkefinger.“

Der Fokus sollte Thüringen bei „den wirklichen Problemen des Landes liegen“, sagte Maier. Und das sei etwa der wachsende Rechtsextremismus. Als Beispiel dafür nannte er den Überfall vor der Staatskanzlei von mutmaßlichen Rechtsextremen in der vergangenen Woche.

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Das ganze Interview mit dem Innenminister liest du hier: Thüringer Allgemeine. (fno)