Hund „Rocky“ nach zehn Jahren wieder zu Hause in Erfurt – Frauchen macht sich Vorwürfe: „Wieso habe ich damals nicht...“

Hund „Rocky“ ist endlich wieder zuhause bei seinem Frauchen Nara!
Hund „Rocky“ ist endlich wieder zuhause bei seinem Frauchen Nara!
Foto: Privat

Erfurt. Es ist eine schier unglaubliche Geschichte! Hund „Rocky“ ist vor rund zehn Jahren in Erfurt verschwunden. Wochenlang suchte sein Frauchen nach ihrem Liebling.

Sie sagt, sie habe die Hoffnung nie aufgegeben, ihren geliebten Hund wiederzufinden.

Und dann passierte vor ein paar Wochen das Unglaubliche!

Hund „Rocky“ verschwunden – Wiedersehen nach 10 Jahren

Mit dem Vorhaben, sich einen neuen Hund anzuschaffen, nimmt Nara (25) Kontakt zum Tierheim in Erfurt auf. Sie entdeckt einen Hund, der „Blacky“ getauft wurde und traut zunächst ihren Augen nicht.

Doch nach vielen E-Mails hin und her und einem Besuch im Tierheim gibt es keinen Zweifel mehr: Er ist es wirklich! „Blacky“ ist eigentlich „Rocky“ – und nach zehn Jahren kann ihn seine Besitzerin endlich wieder in die Arme schließen.

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„Rockys“ Geschichte:

  • im Juli 2010 reißt sich „Rocky“ von einem Bekannten los, der auf ihn aufpassen soll
  • Nara (damals 15) ist zu der Zeit gerade im Urlaub
  • zurück in Erfurt sucht sie wochenland vergeblich nach ihrem Hund
  • „Rocky“ kommt ins Erfurter Tierheim, wird dann schnell wieder vermittelt
  • 2019 kommt „Rocky“ zurück ins Tierheim
  • Ende Mai 2020 treffen sich Nara und „Rocky“ nach 10 Jahren im Tierheim wieder
  • „Rocky“ lebt jetzt wieder bei seinem Frauchen

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„Es ist so eine Erleichterung“, erzählt Nara im Gespräch mit Thüringen24. Die 25-Jährige lebt mittlerweile in Leipzig. Doch sie wollte unbedingt beim Tierheim in Erfurt nach einem Hund schauen – „es war Intuition“, sagt sie. Sie habe die Hoffnung nie aufgegeben, „Rocky“ eines Tages wiederzufinden. Sie habe sich aber auch selbst jahrelang Vorwürfe gemacht.

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Frauchen: „Ich war richtig verstört“

Für Nara waren vor allem die Tage kurz nach dem Verschwinden des Englischen Cocker Spaniels kaum auszuhalten, erinnert sie sich. „Ich war richtig verstört.“ Die damals 15-Jährige war gerade aus dem Urlaub wieder zurück nach Erfurt gekommen, als sie die schlimme Nachricht erfuhr: „Rocky“ war verschwunden. Er hatte sich von einem Bekannten, der auf ihn aufpassen sollte, losgerissen.

Sie erzählt, wie sie wochenlang nach ihm gesucht hat, nach Spuren geschaut und gefühlt jeden Stein umgedreht hat. „Ich hab wie Sherlock Holmes nach Spuren gesucht“, berichtet Nara. Sie entdeckte sogar tatsächlich Kratzspuren am Ort des Verschwindens. Sie fragte, ob die Leute in der Nähe etwas gesehen hatten, sie fragte beim Tierarzt nach. Doch „Rocky“ blieb weiter verschwunden.

Erfurterin plagen Vorwürfe

Eines kann sich Nara aber bis heute nicht erklären: „Wieso habe ich damals nicht beim Tierheim nachgefragt?“ Dafür macht sich die 25-Jährige noch heute Vorwürfe. „Aber ich habe einfach nicht daran gedacht – und auch niemand aus meiner Familie oder meinen Freunden hat mich auf die Idee gebracht.“

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Bei Tierheim in Erfurt ging im Juli 2010 die Nachricht ein, dass ein Englischer Cocker Spaniel alleine, wild kläffend in der Nähe der Halleschen Straße herumlaufe. Nachdem eine Mitarbeiterin ihn eingefangen hatte, kam der Hund im Tierheim unter. Wenig später wurde er bereits von einem älteren Ehepaar adoptiert.

Doch dann, im November 2019, kam „Rocky“, der mittlerweile „Blacky“ hieß, zurück ins Tierheim nach Erfurt. Seine neue Besitzerin war verstorben und ihr Mann konnte sich nicht mehr alleine um den Cocker Spaniel kümmern. „Rocky“ war gesundheitlich in keinem guten Zustand, und aufgrund seines inzwischen hohen Alters schienen die Aussichten, wieder eine neue Familie zu finden für ihn nicht besonders gut zu sein.

Bis zu dem Tag, als Nara im Tierheim auftauchte.

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Happy End für Nara und „Rocky“

Auch wenn die erste Begegnung zwischen den beiden „eher kalt“ ablief, wie Nara berichtet, schon nach kurzer Zeit holte sie „Rocky“ wieder zu sich nach Hause. „Wir mussten uns erst wieder etwas annähern, aber mittlerweile klebt er regelrecht an mir“, freut sie sich. Auch der Moment, als „Rocky“ ihre Eltern wiedergetroffen hat, war ganz besonders: „Als er sie schließlich erkannt hat, da hat er sich so gefreut und mit dem Schwanz gewedelt“. Das sei auch für ihre Eltern total erleichternd gewesen.

„All die Jahre, immer wenn ich einen Hund gesehen habe, der ihm ähnlich sieht, dann habe ich gedacht: Könnte er es vielleicht sein? Und jetzt kann ich endlich damit abschließen“, berichtet Nara unglaublich erleichtert. Sie weiß, dass die Zeit, die ihr jetzt noch mit „Rocky“ bleibt, vielleicht schon bald wieder zu Ende ist. „Rocky“ ist immerhin schon fast 15 Jahre alt.

„Aber das ist es mir Wert. Ich habe mich damals schon sofort in ihn verliebt. Wir sind einfach ein Team.“ (fno)