Erfurt: Razzien nach brutalen Übergriffen von Rechts – nach einer Sache sucht die Polizei ganz gezielt

Vor der Staatskanzlei in Erfurt hatte es einen schlimmen Übergriff gegeben. Es sollte nicht der einzige in Erfurt bleiben...
Vor der Staatskanzlei in Erfurt hatte es einen schlimmen Übergriff gegeben. Es sollte nicht der einzige in Erfurt bleiben...
Foto: Marcus Scheidel / MAS Bildagentur

Erfurt.  Zweieinhalb Wochen nach einem brutalen Angriff auf eine Gruppe junger Leute vor der Staatskanzlei in Erfurt hat die Polizei am Mittwoch in Thüringen mehrere Objekte durchsucht und „umfangreiche“ Beweismittel sichergestellt.

Die Razzien in Erfurt und in einem Ort im Saale-Holzland-Kreis richteten sich laut Landeskriminalamt Thüringen gegen neun Tatverdächtige, gegen zwölf wird den Angaben zufolge ermittelt. Nach Erkenntnissen der Polizei haben einige der Beschuldigten einen rechtsextremen Hintergrund.

Polizei Erfurt kennt Tatverdächtige bereits

Sie seien teilweise wegen rechtsmotivierter Straftaten polizeibekannt beziehungsweise wegen Gewalttaten bereits vorbestraft, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt. Nach Angaben der Erfurter Staatsanwaltschaft suchten die Ermittler bei den Razzien am Mittwoch unter anderem nach Handys - und nach Kleidungsstücken aus der Tatnacht.

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Ermittler suchen nach Blutspuren

Möglicherweise befänden sich an dieser Kleidung auch noch Blutspuren, sagt Grünseisen. „Die gehen auch durchs Waschen nicht zwingend raus.“ Welche Beweismittel bei den Durchsuchungen bislang durch die Polizei genau sichergestellt werden, bleibt zunächst unklar.

Die Tatverdächtigen sollen am 18. Juli auf etwa 15 junge Männer und Frauen auf einer Grünfläche vor der Staatskanzlei eingeschlagen und eingetreten haben. >> Massenschlägerei im Hirschgarten – Polizei greift durch

Zweiter Übergriff in Erfurt

Die Tat vom 18. Juli vor der Staatskanzlei war gerade zwei Wochen her, da passierte erneut ein Übergriff, wieder in Erfurt - diesmal vor einem rechtsextremen Szenetreff im Plattenbaugebiet Herrenberg. Bei dem rassistischen Angriff auf drei Männer aus Guinea werden zwei von ihnen verletzt, einer darunter so schwer, dass sein Zustand zwischenzeitlich als kritisch gilt. >> Nach fremdenfeindlichem Übergriff in Erfurt – Staatsanwaltschaft hat...

Auch in diesem Fall wird gegen zwölf Menschen aus dem rechtsextremen Milieu ermittelt. Die Polizei ordnet die Beschuldigten der rechtsextremen Kleinstpartei „Dritter Weg“ und ihrem Umfeld zu.

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Jetzt auch Vorwürfe gegen Afrikaner

Die Staatsanwaltschaft Erfurt geht zudem Vorwürfen gegen die drei Männer aus Guinea nach. Es liege eine Anzeige wegen Körperverletzung vor und es gebe einen Anfangsverdacht. Einer der zwölf Tatverdächtigen, der selbst Verletzungen davon trug, stellte gegen die Afrikaner Strafanzeige.

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Die Staatsanwaltschaft gehe dem nach und prüfe die Anschuldigungen, hieß es. Der Mann habe angegeben, von den Guineern angegriffen worden zu sein, noch bevor es zu dem Angriff auf die Afrikaner kam.

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Bisher keine Überschneidungen

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Erfurt gibt es zwischen den Tatverdächtigen der beiden Vorfälle nach bisherigem Stand der Ermittlungen keine Überschneidungen. Demnach wurde der Bereich um den Szenetreff inzwischen durch Polizeihunde abgesucht, Ermittler werten derzeit die bei den Beschuldigten noch in der Nacht des Angriffs sichergestellten Handys aus und prüfen, ob es verwertbares Videomaterial von Überwachungskameras gibt. (dpa/red)