Erfurt: Afrikaner vor rechtem Szene-Treff angegriffen – eine Aussage sorgt für Widerspruch

 Im Erfurter Plattenbaugebiet Herrenberg gerieten am Wochenende mehrere Männer aneinander.
Im Erfurter Plattenbaugebiet Herrenberg gerieten am Wochenende mehrere Männer aneinander.
Foto: imago images/ Google Maps/ Fotomontage

Erfurt. Wer hat zuerst zugeschlagen? Wer ist Opfer, wer ist Täter? Noch sind einige Fragen nach einer Schlägerei am Wochenende in Erfurt offen.

Die Staatsanwaltschaft Erfurt versucht nun Licht ins Dunkel zu bekommen. Sie geht Vorwürfen gegen drei Männer aus Guinea nach, die am Wochenende vor einem rechten Szene-Treff in Thüringens Landeshauptstadt angegriffen worden sind.

Es liege eine Anzeige wegen Körperverletzung vor und es gebe einen Anfangsverdacht, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt, Hannes Grünseisen, am Mittwoch. Zuvor hatte der Sender MDR Thüringen darüber berichtet.

Erfurt: Männer aus Guinea angegriffen und teils schwer verletzt worden

In der Nacht zu Samstag wurden im Erfurter Plattenbaugebiet Herrenberg drei Männer aus Guinea angegriffen - zwei von ihnen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Der Zustand des 21 Jahre alten Schwerverletzten war nach Angaben der Polizei zwischenzeitlich kritisch.

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Aussage sorgt für Rätsel

Gegen zwölf mutmaßliche Angreifer wird nun ermittelt. Einer der Tatverdächtigen, der selbst Verletzungen davon trug, stellte jedoch auch gegen die Afrikaner Strafanzeige, wie Grünseisen sagte. Die Staatsanwaltschaft gehe dem nach und prüfe die Anschuldigungen.

Der Mann behaupte, von den Guineern angegriffen worden zu sein, noch bevor es zu dem Angriff auf die Afrikaner kam.

Oberbürgermeister und Innenminister besuchen Problemviertel

Am Freitag wollen Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Innenminister Georg Maier (beide SPD) den Stadtteil besuchen. Sie wollen Gespräche mit Menschen führen, die sich dort gegen Rechtsextreme stellen. (dpa/mb)