Erfurt: Afrikaner vor rechtem Treff angegriffen – deswegen stehen die Neonazis bald vor einem Problem

Erfurt Herrenberg hat ein Neonazi-Problem. Doch schon bald werden auch die Neonazis ein Problem haben.
Erfurt Herrenberg hat ein Neonazi-Problem. Doch schon bald werden auch die Neonazis ein Problem haben.
Foto: imago images / Karina Hessland

Erfurt. Es ist kein Geheimnis, dass es sich Neonazis im Erfurter Stadtteil Herrenberg gemütlich gemacht haben. Ihr Zentrum befindet sich seit langer Zeit im ehemaligen Einkaufszentrum.

Von dort aus koordiniert und rekrutiert der Neonazi-Verein „Neue Stärke Erfurt“ die rechte Bewegungen in ganz Thüringen. Und pöbelt gegen Ausländer, wie am vergangenen Wochenende drei Afrikaner leidvoll erfahren mussten (hier mehr dazu lesen).

Erfurt: Neonazi-Treff in Herrenberg gehört bald der Geschichte an

Doch wohl nicht mehr lange, wie ein Bericht des MDR nun zeigt. Denn die Rechten müssen ihre Zentrum bis September 2020 räumen. Der bayrischen Immobilienfirma, der das Einkaufszentrum gehört, ist im Juni vor dem Landgericht Erfurt recht gegeben worden. In dem Verfahren ging es darum, ob der Zeitmietvertrag, der im September endet, gültig ist.

In Herrenberg gibt es schon lange die Kritik, dass der Kampf gegen Rechtsextremismus dort nicht intensiv genug geführt werde. Weil die Rechtsextremen in dem Stadtteil über eigene Räumlichkeiten verfügten, herrsche dort inzwischen ein Klima der Angst.

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Erfurter Oberbürgermeister besucht Problemstadtteil

Nach dem Angriff auf die drei Männer aus Guinea zieht die Politik erste Konsequenzen. Am Freitag (12.00 Uhr) suchen Oberbürgermeister Andreas Bausewein und Innenminister Georg Maier (beide SPD) das Gespräch mit Menschen, die sich dort gegen Rechtsextreme stellen.

Am Wochenende waren drei Afrikaner vor dem rechtsextremen Szenetreff von mehren Menschen angegriffen worden. Einer wurde schwer verletzt, einer leicht. Die Staatsanwaltschaft Erfurt und die Polizei ermitteln wegen des Übergriffs gegen zwölf Beschuldigte, die alle der rechten Szene zugeordnet werden. (dpa/mb)