Erfurt: Spaziergänger schaut in Lastwagen – was er sieht, alarmiert sogar die Behörden

Ein Lkw am Anger hat bei Augenzeugen für Fassungslosigkeit gesorgt.
Ein Lkw am Anger hat bei Augenzeugen für Fassungslosigkeit gesorgt.
Foto: imago images/Karina Hessland/Die Linke/Collage

Erfurt. Ein Lkw in Erfurt sorgte zuletzt für heftige Diskussionen und viel Kritik. Genauer: Das, was sich in der Fahrerkabine befand. Bei der Großbaustelle am Anger in Erfurt stehen zahlreiche Lkw und andere, große Fahrzeuge. Denn dort wird schließlich bereits seit einigen Wochen kräftig geackert.

Und einer der dort eingesetzten Lkw hat jetzt für Fassungslosigkeit bei den Parteimitgliedern der Linken in Erfurt gesorgt.

Erfurt: Lkw mit Nazi-Symbol sorgt für Fassungslosigkeit

Der Vorwurf: Der Fahrer des besagten Lkw soll sein Gefährt mehr als fragwürdig dekoriert haben. Und zwar mit Symbolen, die dem rechten Spektrum zuzuordnen sind. Die Parteimitglieder der Linken fordern ein klares Vorgehen bei solchen Vorkommnissen. Auch die Stadt hat bereits Konsequenzen gezogen.

Wie Stadträtin Katja Maurer berichtet, war in dem Lkw eine schwarz-weiße Fahne zu sehen, auf der einen Reichsadler entsprechend stilisiert und der Schriftzug „Deutschland“ in altertürmlicher Schrift abgebildet waren. Auch ein weiterer Aufkleber auf der Vorderseite des Fahrzeuges lasse sich demnach als „rechts“ einstufen. Bereits in der Vergangenheit hatten in Deutschland mehrere Lkw mit der Aufschrift „Führerhaus“ in altdeutscher Schrift für Aufsehen und heftige Diskussionen gesorgt. Mehr dazu >>> hier.

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Vermehrt Nazi-Attacken in Erfurt?

Solche Symboliken sorgen gerade in Hinblick auf die schrecklichen Ereignisse vergangener Tage noch mehr für Entsetzen. Erst kürzlich wurde ein Muslim in Erfurt mitten auf der Straße bepöbelt. Alles dazu liest du hier >>>>.

Einige Tage zuvor sorgte eine brutale Prügelattacke für Aufsehen, bei der Afrikaner vor einem rechten Treff angegriffen und verletzt worden. Thüringens Innenminister Georg Maier zeigte sich fassungslos. Ein ebenfalls großes Echo gab es auf die Brutalo-Tat vor der Staatskanzlei. Auch hier wurden Menschen mit Migrationshintergrund angegriffen. Alles dazu findest du hier >>>>>.

Linke Erfurt fordert: Stadt muss rigoros handeln

Und jetzt also der Lkw mit den mutmaßlichen Nazi-Symbolen. Die Linke fordert, dass die Stadt rigoros vorgeht. „Für die Zukunft gilt es nicht nachzubessern, sondern Firmen nicht zu beauftragen, die ihre Mitarbeiter mit solchen Symbolen auf Kleidung oder anderes arbeiten lassen“, betont Katja Maurer.

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Die Stadt hat indes bereits reagiert. „Wir als Stadt und die EVAG haben gemeinsam klargestellt, dass wir derartiges Verhalten nicht dulden“, betont die Stadt.

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Auf Nachfrage von Thüringen24 erklärt Pressesprecher Daniel Baumbach, dass MDR-Experten die Symbole auf den Fotos bereits analysiert hätten. Demnach sei die Fahne, von der auch die Linken berichten, durchaus problematisch. „Als Stadt haben wir nach Bekanntwerden sofort reagiert“, so Baumbach weiter.

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Stadt Erfurt stellt klar: „Sie konnten glaubhaft versichern, dass...“

Die Stadt habe die Arbeitsgemeinschaft, die mit der Bauausführung beauftragt ist, um Klärung gebeten. Mittlerweile sei der Nachunternehmer von der Baustelle verwiesen worden.

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Bei der Firma handelte es sich außerdem nicht um einen direkten Vertragsnehmer der Stadt Erfurt, sondern um den „Sub vom Sub“, macht Baumbach deutlich. Die Geschäftsleitung der ARGE habe sich außerdem bei der Stadt und der EVAG entschuldigt. „Sie konnten glaubhaft versichern, dass deren ethische und moralische Grundsätze auch für Nachunternehmer gelten“, sagt Baumbach. Niemand habe zuvor gewusst, dass ein Fahrer solche Symbole in seinem Lkw zeige.

Attacke auf Kinder in Schwimmbad

Als seien die erwähnten Vorfälle in Erfurt nicht genug, spielte sich am Sonntag in Schmalkalden bei Suhl eine weitere, einfach unbegreifliche Szene ab. Diesmal traf es sogar einige Kinder im Alter zwischen elf und 13 Jahren.

Sie wurden von einer Gruppe älterer Jugendlicher rassistisch beleidigt und tätlich angegriffen. Alles zu dem Fall liest du >>> hier.