Erfurt: Badeverbot interessiert offenbar nicht – Polizei löst Zeltlager auf

Am Alperstedter See am Rande von Erfurt gilt neuerdings Badeverbot!
Am Alperstedter See am Rande von Erfurt gilt neuerdings Badeverbot!
Foto: imago images/Karina Hessland

Erfurt. Sie konnten es nicht lassen: Die Polizei Erfurt hat am Wochenende 14 junge Männer und Frauen beim Zelten auf einer Insel des Alperstedter Sees erwischt.

Dabei handelt es sich um ein Betriebsgelände – betreten der Insel ist also verboten. Daher kassierten die 18 bis 26 Jahre alten Männer und Frauen von der Polizei Erfurt jeweils Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs.

Erfurt: Badeverbot am Alperstedter See

Außerdem wies die Polizei erneut darauf hin, dass das Baden, Grillen und Zelten am und um den Alperstedter See verboten ist. Und zwar bis auf Weiteres!

Seit ein paar Tagen schon stehen entsprechende Verbotsschilder unübersehbar an dem See am nördlichen Rande von Erfurt. Vor allem das Badeverbot hatte zuletzt an den warmen Sommertagen für den meisten Unmut gesorgt.

Aber wieso wurde es eigentlich erlassen? Offenbar gibt es ein Müll-Problem!

Erfurt: Ufer völlig vermüllt – Badeverbot als Konsequenz

Im Sommer ist der Alperstedter See ein beliebter Hotspot, gerade auch in den vergangenen Wochen war er immer stark frequentiert. Das führte wohl zu mehreren Problemen.

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Zum einen sei die Landstraße oft bis auf jeden Zentimeter zugeparkt gewesen, weshalb es teils zu Verkehrsbeeinträchtigungen kam. Zum anderen würden Badegäste viel zu oft ihren Müll nicht mitnehmen und den Badestrand wie einen „Saustall“ hinterlassen.

Das verärgert viele – ordentliche – Badegäste:

  • „Strafen bringen nie was. Aufklärung bringt was. Und das schlimme ist ja die meisten Leute nehmen ihren Müll mit. Die Allgemeinheit muss dann immer wegen ein paar Unbelehrbaren leiden.“
  • „Ich werde die schönen Badetage dort vermissen. Ich wusste das es soweit kommen würde. Jedesmal wenn wir dort waren haben wir von anderen erstmal Müll eingesammelt...“
  • „Sehr schade, dass man dies nicht anders gelöst bekommt. Würde zu viel Aufwand bedeuten nehme ich an.... der Müll wird sicher trotzdem dort landen.“
  • „Ich verstehe es bis heute nicht, warum die Badegäste ihren eigenen Müll liegen lassen.“
  • „selber Schuld, wenn man sich benimmt wie die Axt im Walde und alles zur Müllhalde werden lässt.“
  • „Fakt ist, dass es allen versaut wurde, wegen Dummheit, Faulheit und Ignoranz.“

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Ungeklärte Rechtslage

Neben dem Müllproblem komme dann auch noch eine fehlende Rechtslage hinzu, berichtete die Thüringer Allgemeine Zeitung, da am See kein Rettungsschwimmer vor Ort ist. Durch das Badeverbot wurde die Gemeinde Nöda aus der Haftpflicht genommen.

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Wer jetzt trotzdem an den öffentlichen Stellen ins Wasser geht, muss mit Ordnungsstrafen oder Anzeigen rechnen. Ausführlich berichtet die Thüringer Allgemeine Zeitung. (fno)