Bodo Ramelow im MDR-Interview: Als der Moderator ihm diese Frage stellt, wird der Ministerpräsident ganz persönlich

Bei einer Frage im Interview wird Bodo Ramelow (Linke) ganz persönlich.
Bei einer Frage im Interview wird Bodo Ramelow (Linke) ganz persönlich.
Foto: imago images

Erfurt. Spannende Einblicke bei Bodo Ramelow!

Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich im MDR-Interview den Fragen von Moderator Lars Sänger und denen der Thüringer gestellt

Dabei gab der Linken-Politiker auch einige sehr persönliche Details über ihn und seine Kindheit preis.

Bodo Ramelow spricht im MDR-Interview über seine Kindheit

Bodo Ramelow war bereits von 2014 bis 2020 Ministerpräsident von Thüringen. Im März 2020 wurde er erneut gewählt. Die Thüringer haben ihn in den vergangenen Jahren von verschiedenen Seiten kennengelernt. Den präsidialen Ramelow genauso wie aber auch den aufbrausenden Ramelow.

Auch Moderator Lars Sänger hakt hier noch einmal nach: „Erklären Sie mir mal Ihre zwei Gesichter.“

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Das ist Bodo Ramelow:

  • Bodo Ramelow wurde am 16. Februar 1956 in Osterholz-Scharmbek in Niedersachsen geboren
  • Als er acht war, starb sein Vater wegen einer Kriegsverletzung
  • Er ist zum dritten Mal verheiratet, seit 2006 mit Germana Alberti vom Hofe
  • Er hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe
  • Er ist ein deutscher Politiker und gehört zu den Linken
  • Er ist seit dem 4. März 2020 der Ministerpräsident des Freistaates Thüringen
  • Bodo Ramelow war bereits von Dezember 2014 bis 5. Februar 2020 Ministerpräsident
  • Er ist der erste Ministerpräsident eines Bundeslandes, er den Linken angehört

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„Das ist was, was mich mein Leben lang begleitet“, beginnt Ramelow seine Antwort auf die Frage nach seiner Impulsivität.

Und wird dann sogar sehr persönlich: „Das sind Erfahrungen, die man sammelt, wenn man wie ich als Legastheniker ein Handicap hat. Und immer nur beschimpft wird als derjenige, der nicht schreiben kann. Und jemand, der dumm ist, weil er Fehler macht und diese Fehler gar nicht erkennen kann. Das hat schon eine Kindheitserfahrung ausgelöst, die mit dieser Impulsivität einhergeht.“

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Wie impulsiv der Ministerpräsident werden kann, hatte er im Juli bei einer Landtagssitzung unter Beweis gestellt, als er dem AfD-Abgeordneten Stefan Möller während einer Diskussion über den Verfassungsschutz den Stinkefinger zeigte.

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Ramelow: „Tut mir weh, dass mir das passiert ist“

„Hätten Sie sich als Politik-Profi – Sie machen seit Jahren nichts anderes – und auch als Vorbild, das Sie als MP ja sind, nicht besser unter Kontrolle haben müssen?“

Ramelow nickt. „Ja. Einfach nur ja“, gibt er zu. „Es tut mir auch weh, dass mir das passiert ist. Als Ministerpräsident darf man sich nicht auf das Niveau begeben, das einem da gerade präsentiert wird – und das war mein Fehler.“

Möller hat inzwischen Anzeige gegen den Ministerpräsidenten erstattet. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun in dem Fall. Sollte sich herausstellen, dass der Ministerpräsident sich strafbar gemacht hat, würde ein Antrag gestellt, die Immunität des Linken-Politikers aufzuheben.

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So erklärt Bodo Ramelow die Sache

„Hätten Sie die Kuh nicht vom Eis holen können, wenn Sie Herrn Möller angerufen und sich entschuldigt hätten?“, will Moderator Sänger wissen, „so bleibt das Thema jetzt auf der Agenda“.

„Es wäre ja nicht weg gewesen, wenn ich es getan hätte“, erklärt Ramelow. Er wiederholt, dass es sich bei der Sache um seinen Fehler gehandelt hat – und dabei werde es wohl voraussichtlich bleiben. (fno)