Moschee Erfurt: Der Hass ist groß – dabei wissen die meisten DAS nicht

Die Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyya bauen in Erfurt eine Moschee. Dabei kämpfen sie immer wieder gegen Anfeindungen. (Symbolbild)
Die Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyya bauen in Erfurt eine Moschee. Dabei kämpfen sie immer wieder gegen Anfeindungen. (Symbolbild)
Foto: imago images / Phototek

Erfurt. Der Grundstein für die erste sichtbare Moschee in Erfurt liegt seit schon Ende 2018. Doch das geplante Gebäude, aus dem ein friedliches Gotteshaus werden soll, sorgt immer wieder für Unruhe.

Mitglieder der Ahmadiyya-Gemeinde, in dessen Namen die Moschee in Erfurt entsteht, werden immer wieder Opfer von Anfeindungen und Bedrohungen. Erst im August berichtet ihr Sprecher Suleman Malik von bösen rassistischen Beleidigungen. Doch was steckt eigentlich hinter dieser Glaubensgemeinschaft?

Moschee in Erfurt: Das ist die Ahmadiyya

Die Ahmadiyya ist dem Islam zuzuordnen. Gegründet wurde sie in den 1880er Jahren in der Britischen Kolonie Indien, in Deutschland leben sie seit rund 100 Jahren. Damit gehören sie zu den ältesten muslimischen Gruppierungen in der Bundesrepublik.

Wie alle Muslime, glauben sie an Allah und seine Schriften. Allah ist demnach das höchste Wesen und hat das Universum erschaffen. Doch es gibt einen wichtigen Unterschied zu anderen islamischen Glaubensrichtungen: Für die Ahmadiyya ist der von den Muslimen erwartete Reformer schon gekommen.

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Das ist der Reformer der Ahmadiyya

Dieser Erneuerer war gleichzeitig der Gründer der Glaubensrichtung der Ahmadiyya, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad. Für die Ahmadiyya ist er ein Nachkomme des Propheten Mohammed, der in der so genannten Endzeit auf der Erde erscheint und das Unrecht besiegt.

Wie viele Ahmadiyya-Anhänger es auf der Welt gibt, ist nicht bekannt. Die Gläubigen leben weit verstreut in über 200 Ländern auf der ganzen Welt.

Deswegen werden die Ahmadiyya verfolgt

Nach der Gründung der Glaubensrichtung in Indien siedelten sich viele Ahmadiyya zunächst in Pakistan an. Dort wurden sie allerdings seit den 1970er Jahren verfolgt.

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Der Grund dafür: „Ahmadis werden als die Superfeinde der radikalen orthodoxen Muslime aufgebaut, die halt den Propheten beleidigen“, sagt Abdullah Uwe Wagishauser dem „Deutschlandfunk“. „Die orthodoxen Mullahs sehen die Ahmadiyya als Gefahr für ihre eigenen Glaubensvorstellungen.“

In vielen islamischen Ländern wird die Glaubensgemeinschaft daher abgelehnt. Heute werden sie von anderen Muslimen teils als Sekte gesehen, wieder andere sprechen ihnen das Recht ab, sich als Muslime zu bezeichnen.

Deswegen sahen sie sich gezwungen, aus ihrer Heimat fliehen – und ließen sich zum Teil auch in Deutschland nieder. Eben auch in Erfurt. (vh)