Erfurt: Standort für brisantes DDR-Material? DAS soll jetzt in die Stadt kommen

Das Stasi-Archiv in Erfurt könnte schon bald vergrößert werden!
Das Stasi-Archiv in Erfurt könnte schon bald vergrößert werden!
Foto: imago images / Karina Hessland / snapshot

Erfurt könnte schon bald Standort für ein wichtiges, historisches Archiv werden.

Es geht um zahlreiche Akten vom Staatssicherheitsdienst (Stasi) aus der ehemaligen DDR!

Erfurt als Haupt-Standort für Stasi-Unterlagen?

111 Kilometer Stasi-Akten lagern insgesamt in den Archiven der Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU). Ein Großteil davon liegt in Berlin – mehr als die Hälfte aller aufgefundenen Stasi-Unterlagen allerdings in den Archiven der zwölf Außenstellen.

BStU-Außenstellen:

  • Chemnitz
  • Dresden
  • Erfurt
  • Frankfurt
  • Gera
  • Halle
  • Leipzig
  • Magdeburg
  • Neubrandenburg
  • Rostock
  • Schwerin
  • Suhl

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Die Bundesregierung hat nun die Verlagerung der Akten aus der Stasi-Unterlagenbehörde ins Bundesarchiv auf den Weg gebracht. Das Stasi-Unterlagen-Archiv soll dann ein eigenständiger Bereich mit eigener Leitung innerhalb des Bundesarchivs werden, berichtet die Ostthüringer Zeitung (OTZ).

Dazu soll es Archivstandorten an historischen Orten in Berlin und den ostdeutschen Ländern geben – und da komme auch Erfurt ins Spiel.

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Das war die Stasi:

  • Kurzformel für das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in der ehemaligen DDR
  • wurde unter direkter Anleitung des sowjetischen Geheimdienstes im Zuge der Gründung der DDR aufgebaut
  • innenpolitische Geheimpolizei, Ermittlungsbehörde und Auslandsnachrichtendienst
  • unterlag ausschließlich der Kontrolle durch die Parteiführung der SED
  • agierte als „Schild und Schwert der Partei“. Unter diesem Blickwinkel wurden Vorstellungen und Haltungen von Menschen in der DDR, die von der SED-Norm abwichen, als kritisch gesehen und oft als „staatsfeindliche Bestrebungen“ verfolgt

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„Zentrum der friedlichen Revolution“

Der Gesetzentwurf sieht für jedes ostdeutsche Bundesland ein Archiv für die Unterlagen vor. Die genauen Standorte stehen noch nicht fest, aber Erfurt stehe als Standort für Thüringen wohl zur Auswahl.

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Der Bundesbeauftragte Roland Jahn habe sich laut OTZ jedenfalls für die Landeshauptstadt, dem „Zentrum der Bürgerbewegung in der DDR und der friedlichen Revolution“, als Standort ausgesprochen. Möglich wäre dafür ein Anbau des Archivs an der Außenstelle Petersberg.

Mehr dazu liest du hier: Ostthüringer Zeitung. (fno)