Erfurt: Grundschulrektorin zwingt Kind unter Schmerzen zum Sport – jetzt kassiert sie die Quittung

Der Rektorin sind in ihrer Amtszeit offensichtlich häufiger die Sicherungen durchgebrannt. (Symbolbild)
Der Rektorin sind in ihrer Amtszeit offensichtlich häufiger die Sicherungen durchgebrannt. (Symbolbild)
Foto: imago images / photothek

Erfurt. Eine Lehrerin, welche zugleich auch Schulleiterin einer Schule im Eichsfeld (Erfurt) war, unterrichtete offenbar jahrelang mit harter Hand und sorgte dadurch immer wieder für Ärger. Schüler, Eltern und sogar Kollegen beschwerten sich wiederholt über das respektlose Verhalten der Frau.

Nun hat das Land Thüringen Konsequenzen gezogen.

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Erfurt: Grundschulleiterin unterrichtet rigoros

Die Lehrerin soll in den vergangenen Jahren immer wieder respektloses Verhalten und rabiate Erziehungsmethoden bei den Grundschülern in Erfurt angewandt haben. Eltern zufolge fürchteten sich die Kinder sogar, den Unterricht zu besuchen. Zudem weinten Kinder wiederholt.

Weil der Schulleiterin auch Arbeitszeitbetrug vorgeworfen wurde, hat das Land Thüringen nun reagiert und der Frau fristlos gekündigt, wie der „MDR“ berichtet. Dabei handele es sich laut dem Bildungsministerium um einen „seltenen Vorgang“.

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Schüler zu Sport gezwungen

Die zweifache Kündigung zeigt, wie unzulässig sich die langjährige Pädagogin offenbar verhielt. Berichten einer Mutter zufolge soll sie einen Drittklässler trotz bekannter körperlicher Beschwerden im Frühjahr dieses Jahres zu Sportübungen gedrängt haben. Dabei habe sich der Junge schmerzhafte Verletzungen wie Prellungen und eine Brustwirbelblockade zugezogen.

Der Junge sei mit Atembeschwerden direkt von der Schule mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht worden.

Und es war nicht das erste Mal, dass die Schulleiterin und Lehrerin derart harte Hand bewiesen haben soll. Bereits im Jahr 2017 hatte die Staatsanwaltschaft gegen die gekündigte Lehrerin ermittelt. Damals soll sie ein Mädchen am Hals gepackt und verletzt haben. Die Frau kam mit einer Geldstrafe davon.

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Schulamt bemüht sich um Ruhe in Schule

Sprecher des Bildungsministeriums, Felix Knothe, sagte gegenüber „MDR Thüringen“, dass das Schulamt mit Eltern und Schülern im Gespräch gewesen sei. Es habe „mehrere Vorwürfe gegeben, die eingehend geprüft und geahndet wurden“. Generell gelte, „Kinder haben Anspruch darauf, dass sie von den Pädagogen mit Achtung, Zuwendung und Interesse begleitet werden. Das Wohl der Schüler muss an erster Stelle stehen“, so Knothe.

Die Pädagogen müssten ihre Arbeit ständig kritisch reflektieren, mögliche eigene Vorurteile und Stereotype hinterfragen und so sicherstellen, dass sie den Schülern gerecht werden. Die Grundschule werde nun bis auf Weiteres von einem Lehrer aus dem Schulkollegium kommissarisch geleitet. Damit soll fortan wieder Ruhe in der Schule einkehren. (dpa/nk)