Zoll Erfurt: Über 70 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt! DAS war der Hintergrund

Ermittler vom Zoll Erfurt haben über 70 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt! (Symbolbild)
Ermittler vom Zoll Erfurt haben über 70 Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt! (Symbolbild)
Foto: imago images / Karina Hessland

Erfurt/Darmstadt. Ermittler des Hauptzollamts Erfurt haben am Mittwoch im Auftrag der Staatsanwaltschaft Darmstadt mehr als 70 Durchsuchungsbeschlüsse und fünf Haftbefehle vollstreckt.

Der Schwerpunkt des Einsatzes lag dabei im Rhein-Main-Gebiet. Offenbar ging es bei dem Einsatz um organisierte Formen der Schwarzarbeit.

Zoll Erfurt: Ermittlern gelingt Schlag gegen Täterbanden

Die Ermittlungen richten sich dabei gegen zwei Tätergruppierungen, die unabhängig voneinander im Baugewerbe und in der Gebäudereinigungsbranche tätig sind.

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Beim Einsatz am Mittwoch gelang es den Beamten, ein illegales Netzwerk von sogenannten Servicefirmen, die Rechnungen ohne zugrundeliegende Leistung verkaufen, zu zerschlagen und die mutmaßlichen Haupttäter festzunehmen.

Die bisherigen Ermittlungen richten sich dabei gegen 37 Verdächtige. Gegen acht von ihnen gibt es außerdem weitere Anschüldigungen. Dazu gehören:

  • Beihilfe zum Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt
  • gewerbsmäßiger Betrug zu Lasten der Urlaubskasse der Bauwirtschaft
  • Steuerhinterziehung

Der entstandene Schaden für Fiskus und Sozialkassen beläuft sich nach bisherigen Ermittlungen auf rund fünf Millionen Euro.

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Haupttätern droht Gefängnisstrafe

Den beteiligten Firmen wird vorgeworfen, über Jahre hinweg die von ihnen eingesetzten Arbeitskräfte zumindest teilweise bar entlohnt zu haben, ohne die tatsächlich gezahlten Löhne den zuständigen Einzugsstellen gegenüber mitgeteilt zu haben.

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Im Zuge der Durchsuchungsmaßnahmen stellten die Ermittler umfangreiches Beweismaterial wie elektronische Datenträger, Buchhaltungsunterlagen und Mobiltelefone sowie Waffen und Bargeld sicher. Rund 800 Einsatzkräfte mehrerer Hauptzollämter, von Spezialeinheiten des Zolls, der Bundespolizei und der Landespolizei waren beteiligt.

Bei einer Verurteilung drohen den mutmaßlichen Haupttätern Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. (red)