Erfurt: Hunderttausende Briefe und Pakete nicht ausgeliefert – das steckt dahinter

In Erfurt und weiteren Städten in Thüringen waren am Samstag nicht alle Post- und Paketboten unterwegs. (Symbolbild)
In Erfurt und weiteren Städten in Thüringen waren am Samstag nicht alle Post- und Paketboten unterwegs. (Symbolbild)
Foto: Patrick Seeger/dpa

Erfurt. Nicht nur in Erfurt haben am Samstag viele Menschen vergeblich auf ihre Lieferung von der Deutschen Post gewartet!

Dann bist du nicht allein. Der Grund dafür: Rund 330 Beschäftigte der Deutschen Post haben sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Samstag an einem Warnstreik in Erfurt und weiteren Städten in Thüringen beteiligt.

Erfurt: Postboten legen Arbeit nieder

Dabei hätten Zusteller von Briefen und Paketen unter anderem in Erfurt, Kölleda, Sömmerda, Apolda und Meiningen zeitweise die Arbeit niedergelegt, sagte Gewerkschaftssekretär Normen Schulze der Deutschen Presse-Agentur.

In den vergangenen Tagen war es bereits zu Arbeitsniederlegungen unter anderem in Berlin, Leipzig, Dresden und Magdeburg gekommen.

Hunderttausende Sendungen bleiben liegen

Seit Mittwoch hat der Arbeitsausstand bei der Post dazu geführt, dass Hunderttausende Briefe und Pakete zunächst liegengeblieben sind. Verdi fordert in der Auseinandersetzung 5,5 Prozent mehr Geld für 140 000 Beschäftigte und begründet dies unter anderem mit guten Geschäften dank des Paketbooms im Online-Handel.

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Die Post hält so eine Tariferhöhung für zu hoch, sie verweist auf Einbußen bei der Werbepost und auf die insgesamt schwächelnde Konjunktur wegen Corona. Am 21. September wollen die Arbeitgeber und die Arbeitnehmervertreter ihre Verhandlungen fortsetzen.

Thüringen: Briefempfänger müssen wohl bis Montag warten

Schulze ging davon aus, dass in den betroffenen Thüringer Orten am Samstag viele Briefe und Pakete nicht zugestellt wurden. Die Empfänger müssten bis zum Beginn der neuen Woche auf ihre Post warten. Ein Sprecher der Deutschen Post bestätigte „betriebliche Auswirkungen“.

Die Sendungen würden dann am Montag geliefert. Vom Gesamtvolumen der beförderten Sendungen sei der Anteil aber wahrscheinlich nicht sehr groß, erklärte er. (vh/dpa)