Erfurt: Diese Idee könnte Fasching in Thüringen retten – „Wird nicht so sein wie immer“

Im Februar feierten die Menschen in Erfurt Fasching unter strahlend blauem Himmel. (Symbolbild)
Im Februar feierten die Menschen in Erfurt Fasching unter strahlend blauem Himmel. (Symbolbild)
Foto: imago images / Karina Hessland

Erfurt. Fasching mit Abstand? Diese Vorstellung dürfte nur bei den wenigsten Narren in Erfurt Freude auslösen. Doch ganz auf das Lieblingsfest verzichten scheint auch keine Lösung.

Die verschiedenen Faschingsclubs in Thüringen überlegen nun, wie sie die Feiern coronagerecht auf die Beine stellen können. Vor allem in Erfurt scheint man laut einem Bericht des „MDR“ schon sicher zu sein, dass Fasching auch in diesem Jahr stattfinden wird.

Erfurt: Fasching in Thüringen – diese alternativen Ideen werden diskutiert

Nicht so wie andersorts: Einige Vereine, etwa in Quirla, haben bereits die Reißleine gezogen und ihre Saison bereits komplett abgesagt. Sie wollen nicht trainieren und Geld investieren für eine Veranstaltung, die am Ende möglicherweise doch kurzfristig nicht stattfinden darf.

„Aber es gibt auch Fasching in anderen Formen“, wirft Michael Danz, Präsident des Landesverbands der Thüringer Karnevalsvereine, ein. In Ilmenau sei etwa geplant, am 14. November von einer Kneipe in die nächste zu ziehen.

Ohne zentralen Veranstaltungsort und bei kühlem Novemberwetter unter freiem Himmel, dafür aber zumindest kostümiert – „ein toller Ansatz“, findet Danz. Doch es gibt ein großes „aber“: „Mir ist auch klar, es wird nicht so sein wie immer.“

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Die verschiedenen Bezeichnungen für das bunte Fest:

  • Karneval
  • Fastnacht/Fassenacht/Fasnacht/Fasnet
  • Fasching/Fastaben
  • Fastelovend/Fasteleer
  • Fünfte Jahreszeit

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Bislang fehlen konkrete Handlungsempfehlungen in Thüringen

Derzeit diskutiere man über konkrete Handlungsempfehlungen für den Karneval in Thüringen. Wichtig sei, dass die Veranstaltungen sich wirtschaftlich tragen. Traditionell braucht es dazu viele Menschen, die zu den Veranstaltungen Essen und Getränke kaufen – unter Corona-Bedingungen nur schwer möglich.

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In Erfurt sind die Pläne indes schon weiter fortgeschritten. Die Gemeinschaft Erfurter Carneval hält bislang an seiner Saison fest – am 11. November soll es laut „MDR“ wie geplant losgehen.

Das sagt Ministerpräsident Bodo Ramelow

Dafür hatte sich Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) bereits Ende Juni ausgesprochen. „Wir klären das Wie und nicht das Ob“, sagte er nach einem Treffen mit dem Thüringer Vorsitzenden des Landesverbandes der Karnevalsvereine.

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Der Verband habe bereits drei Konzepte erarbeitet und vorgelegt, über die man nun sprechen wolle, sagte Ramelow. „Ich kann mir Karneval vorstellen und ich kann mir Weihnachtsmärkte vorstellen, weil ich mir das Leben vorstellen möchte“, machte Ramelow klar.

Das Virus sei gefährlich, daher müsse man vermeiden, was ein leichtfertiges Weitergeben verursachen könne. (vh/mit dpa)