Erfurt: Umstrittene Videoüberwachung am Anger – jetzt kommt raus, dass...

Überwachungskameras am Anger in Erfurt sind umstritten. (Symbolbild)
Überwachungskameras am Anger in Erfurt sind umstritten. (Symbolbild)
Foto: imago images / Schöning

Erfurt. Rangeleien, Diebstahl, Gewalt: Immer wieder muss die Polizei am Anger in Erfurt einschreiten. Um die Aufklärung von Straftaten zu erleichtern, wurden Forderungen nach Überwachungskameras am und um den Platz herum lauter.

Eine Idee,die nicht bei allen Menschen in Erfurt für Freude sorgt. Jetzt kommt raus, dass insgesamt 361 der 1085 Straftaten, die 2019 am Anger registriert wurden, als „videorelevant“ eingestuft werden. Das berichtet die „Thüringische Landeszeitung“.

Erfurt: Videoüberwachung am Anger – das sind die Ergebnisse

Diese Delikte sind im Bereich am Anger und in der Umgebung vorgefallen:

  • 182 Körperverletzungs- und Sexualstraftaten
  • 83 besonders schwere Diebstähle
  • 27 Fälle von Raub, Erpressung, Nötigung oder Bedrohung
  • 23 Sachbeschädigungen
  • zwei Stalking-Vorkommnisse
  • Weitere Delikte gab es in den Bereichen Schwarzfahren, Betrug, Beleidigung, Drogenkonsum, Ladendiebstahl

„Die Zahlen zeigen einerseits, dass der Anger keinesfalls als gefährlich für Passanten gilt“, meint der Landtagsabgeordnete Steffen Dittes (Linke), der eine Anfrage zu dem Thema an den Thüringer Landtag gestellt hatte.

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So deutet Landtagsabgeordneter Dittes die Zahlen

Die Zahlen machen für ihn klar: Eine „flächendeckende Grundrechtsbeschränkung am Anger“ sei „völlig unzweckmäßig und ungeeignet“, um gegen bestehende Kriminalität vorzugehen.

Stadträtin Kristina Vogel (CDU) hatte sich im Juni für die Kameras eingesetzt. „Es geht nicht darum, die Bevölkerung zu überwachen, sondern die Strafverfolgung zu unterstützen“, sagte sie damals.

Mit Hilfe von Videoaufnahmen sei dies leichter. „Selbst wenn wir nur das subjektive Sicherheitsempfinden der Leute stärken würden, wäre einigen bereits geholfen.“

Bei anderen Parteien kommt die Idee der Videoüberwachung weniger gut an. Mehr zu dem Thema liest du bei der „Thüringischen Landeszeitung“ >>>