Erfurt „traut sich“ und feiert „Altstadtherbst“ – doch eine Corona-Regel ärgert die Erfurter gewaltig

Der Altstadtherbst in Erfurt findet in diesem Jahr unter besonderen Auflagen statt.
Der Altstadtherbst in Erfurt findet in diesem Jahr unter besonderen Auflagen statt.
Foto: imago images/Karina Hessland

Erfurt. Mit einem ausgeklügelten Konzept ist am Wochenende der Altstadtherbst in Erfurt gestartet – trotz Corona! Statt Oktoberfest-Stimmung heißt es aber nun: Abstand halten, kein Alkohol, Daten registrieren und Mundschutz tragen.

Für die Stadt Erfurt gilt die Veranstaltung als „Probelauf für alles, was unter Coronabedingungen noch kommt. Mittlerweile steht fest: Auch der Weihnachtsmarkt wird stattfinden. Geht das Konzept auf, besteht Hoffnung für weitere Veranstaltungen. Doch eine Maßnahme stößt bei einigen Erfurtern auf wenig Verständnis.

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Altstadtherbst in Erfurt unter Auflagen gestartet

Nach eigenen Angaben führt die Stadt Erfurt den Altstadtherbst durch, „um den Menschen mal wieder eine Abwechselung zu bieten und natürlich auch, um die Schausteller zu unterstützen, die monatelang keine Jobs mehr hatten.“

Auch wirtschaftliche Interessen dürften für die Stadt eine Rolle spielen: Immerhin zahlen die Schausteller die gleiche Miete, trotz voraussichtlich geringerer Besucherzahlen.

Das sind die Regeln beim Erfurter Altstadtherbst:

  • Eine Online- oder Vorort-Registrierung (bei Online reicht einmal für die 16 Tage) muss ausgefüllt werden. Der Code wird beim Betreten und Verlassen vom Handy oder Ausdruck gescannt.
  • Es gibt Mund- und Nasenschutzpflicht auf dem gesamten Festgelände.
  • Ein Einbahnstraßensystem regelt den Fußgängerverkehr.
  • Nur in speziellen Bereichen darf gegessen und getrunken werden zum Essen und Trinken.
  • Alkohol ist verboten.
  • Maximal 2000 Gäste dürfen gleichzeitig auf dem umzäunten Gelände sein.

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Erfurter nörgeln über Mund- und Nasenschutz im Freien

Gerade die Mund- und Nasenschutzpflicht stößt in den sozialen Medien auf wenig Verständnis. „Nein danke, so gehen wir da nicht hin. Dann lieber ganz verzichten. Wer hat schon Lust darauf seine Daten anzugeben und Mundschutz an der frischen Luft macht für mich keinen Sinn“, schreibt eine Frau.

Andere pflichten bei: „Sorry ich hab für vieles Verständnis, aber ich finde es Scheiße, das man im Freien eine Maske tragen muss“ und „Kaum Leute im Gatter, aber Maske tragen. Vom Rathaus zum Wenigenmarkt dicht gedrängte Menschenmassen ohne Maske“ schreiben zwei weitere User. Bei der Eröffnung am Samstag störten sich 150 Menschen nicht an der Regel, sie erfüllten die Auflagen und konnten den Altstadtherbst betreten.

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„Ob jemand hingeht oder nicht ist seine persönliche Entscheidung“

Doch viele sehen in der Veranstaltung eine Chance und loben das Konzept. „Ich finde es toll. Ihr bietet den Schaustellern die Chance, das Jahr doch noch mit etwas Einnahmen zu beenden und so vielleicht sogar einige vor dem Aus zu bewahren“, meint ein Mann.

Ein Nutzer differenziert: „Ob jemand hingeht oder nicht ist seine persönliche Entscheidung. Aber wenn man sieht was deutschlandweit alles verboten ist, bin ich froh, dass in Erfurt trotzdem so etwas auf die Beine gestellt wird. Und das auch die Planungen für den Weihnachtsmarkt laufen. Ob dabei alle Maßnahmen sinnvoll sind mag dahin gestellt sein. Doch gerade Familien mit Kindern, Oma und Opa mit den Enkeln, wird es freuen mal wieder etwas erleben zu dürfen.“ (mb)