Erfurt: Museumskeller vor dem Aus? Besitzer besorgt – „Totaler Schock“

Eine Kult-Kneipe in Erfurt steht vor dem Aus! Der Betreiber ist schwer enttäuscht von der Stadt Erfurt. (Symbolbild)
Eine Kult-Kneipe in Erfurt steht vor dem Aus! Der Betreiber ist schwer enttäuscht von der Stadt Erfurt. (Symbolbild)
Foto: imago images / Seeliger / MDR

Erfurt. Es sind traurige Nachrichten für Kulturliebhaber aus Erfurt. Zumindest, wenn es so kommt wie befürchtet. Denn der Betreiber einer beliebten Kulturstätte ist in Sorge.

Die Corona-Pandemie hat vor allem die Kulturbranche hart getroffen. Viele Lokale und Spielstätten kämpfen sich gerade erst wieder zurück. Das würde auch eine beliebte Kulturstätte aus Erfurt gerne. Allerdings gestaltet sich das gar nicht so leicht.

Besonders belastend: Neben dem finanziellen Ärger durch die Corona-Situation kommt jetzt auch noch ein Zoff mit der Stadt Erfurt dazu. Der Besitzer ist schwer enttäuscht.

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Erfurt: Betreiber von Kult-Kneipe erhebt schwere Vorwürfe gegen die Stadt

Der Museumskeller in Erfurt hätte eigentlich 30. Geburtstag feiern sollen – doch stattdessen droht den Betreibern nun das Aus. Seit März können keine Veranstaltungen im Konzertsaal stattfinden, trotzdem müssen sie weiterhin Miete zahlen.

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Eine Möglichkeit, wieder Umsätze zu machen, wäre aber, im benachbarten Haus der sozialen Dienste (HsD), das seit Jahren die „große Bühne des Museumskellers“ ist, Konzerte zu veranstalten.

Der Saal dort wäre groß genug für immerhin rund 125 Gäste, eine Hygienekonzept wurde erstellt und abgenommen. Doch es gibt ein Problem mit der Stadt Erfurt.

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Das ist die Stadt Erfurt:

  • wurde 724 erstmals urkundlich erwähnt
  • ist die Landeshauptstadt von Thüringen
  • ist mit 214.000 Einwohnern auch die größte Stadt in Thüringen
  • Sehenswürdigkeiten: Krämerbrücke und Erfurter Dom
  • besteht aus 53 Stadtteilen
  • Oberbürgermeister ist Andreas Bausewein (SPD)

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„Als wir das alles eingereicht hatten und auch das Hygienekonzept hatten, kam diese Meldung: Ihr könnt nicht“, berichtet Betreiber Reiner Kalisch fassungslos gegenüber dem MDR Thüringen. „Das war natürlich ein totaler Schock für uns.“

Erfurt: Museumskeller vor dem Aus – Stadt: „großes finanzielles Loch“

Das Problem: Die Stadt Erfurt brauche den 377 Quadratmeter großen Saal des HsD als Corona-Abstrichstelle – dreimal die Woche von 18 bis 20 Uhr.

Das können viele nicht nachvollziehen, wie man anhand der Reaktionen aus dem Netz sehen kann:

  • „Unglaublich, was die Stadt hier abzieht. Denen ist es völlig egal, ob der MuKeller den Bach runter geht“
  • „Ist nicht der einzige und wird auch nicht der letzte sein, der um sein Überleben kämpfen wird“
  • „die Abstrichstelle könnte auch in ein anderes Objekt ziehen!!!“
  • „Ich finde das dermaßen ungerecht und gemein, wie mit den beiden Betreibern nach 30 Jahren Kulturbetrieb für die Stadt umgegangen wird“

Wieso wird ein so großer Saal dafür benötigt? Aus ärztlicher Sicht sei dies nicht erforderlich, wie der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Thüringens der bestätigte.

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Weil alle anderen Möglichkeiten die Stadt Erfurt Geld kosten würden, wie Stadtsprecher Daniel Baumbach dem MDR Thüringen erklärt. „Wir haben gerade ein großes finanzielles Loch durch die ganze Situation.“

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Eine andere Lösung gebe es laut Stadtsprecher nicht. Betreiber Kalisch ist schwer enttäuscht: „Die Stadt hat von uns ne Menge Kultur bekommen, ohne dass sie viel dafür tun musste...“.

Ein negatives Erlebnis machte auch kürzlich eine Frau, als sie durch die Innenstadt von Erfurt ging, wie du >>> hier lesen kannst. (fno)