Erfurt Anger: Nach Turbo-Start – darum verzögert sich das Ende der Mega-Baustelle jetzt um Wochen

Die Bauarbeiten auf dem Anger in Erfurt sind zwar fortgeschritten, dauern aber noch etwas länger als geplant.
Die Bauarbeiten auf dem Anger in Erfurt sind zwar fortgeschritten, dauern aber noch etwas länger als geplant.
Foto: imago images/Karina Hessland

Erfurt. Auf dem Anger in Erfurt stehen noch immer die Bauzäune, Bagger und Baumaschinen. Die Mega-Baustelle, die im Sommer fast das gesamte Areal eingenommen hatte, ist zwar schon deutlich fortgeschritten, abgeschlossen sind die Arbeiten aber noch nicht.

Obwohl das eigentlich der Plan war. Mitte Oktober sollte der Anger in Erfurt wieder baustellenfrei sein – doch daraus wird nun nichts...

Erfurt: Anger bleibt noch länger Baustelle

Auf dem Anger wurden im Sommer die Straßenbahngleise erneuert. Da sich hier alle Stadtbahnen kreuzen, war es ein Riesen-Projekt. Aber offenbar notwendig, denn die alten Schienen wurden laut Stadt Erfurt das erste Mal nach 23 Jahren gewechselt.

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Das ist der Anger:

  • zentraler Platz zwischen Dom und Hauptbahnhof
  • traditionsreicher Handelsplatz der Erfurter Färber
  • auch heute noch Hauptgeschäftsstraße Erfurts
  • wird 1196 erstmals erwähnt
  • der Begriff Anger bezeichnet ein meist grasbewachsenes Land oder einen Dorfplatz, der von allen Bewohnern der Stadt oder des Dorfes genutzt werden konnte

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Die Gleisarbeiten sind mittlerweile abgeschlossen und die Straßenbahnen fahren ihre gewohnten Wege. An der Anger-Haltestelle einsteigen, können die Fahrgäste aber noch nicht. Denn dort finden immer noch Restarbeiten statt.

So sollen die Haltestellen umgebaut werden

„Die Haltestellen müssen angehoben werden, um sie barrierefrei auszubauen. Alle vier werden mit einem Blindenleitsystem versehen. Dabei handelt es sich um sogenannte Bodenindikatoren: besonders geformte und optisch abgesetzte Platten“, erklärt die Stadt Erfurt.

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Die Haltestellen sollen außerdem verlängert werden „auf die maximal mögliche, sinnvolle Länge“, so die Stadt. Zukünftig werden die erhöhten Haltestellenbereiche am Anger auf Gleis 1 und Gleis 2 fast doppelt so lang sein.

Die Haltestellen der Gleise 3 und 4 (vor Hugendubel) werden dagegen auf das niedrigere Spaltmaß umgebaut. Dort sei eine Verlängerung der erhöhten Bereiche aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich.

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Bauarbeiten verzögern sich – dann sollen sie abgeschlossen sein

Eigentlich waren die Arbeiten an den Haltestellen für den Zeitraum der Stadtbahnvollsperrung vorgesehen. Doch es gab Probleme „wegen der besonderen Anforderungen an den Gleisbau, insbesondere durch die überdurchschnittlich hohen Außentemperaturen im August“, schreibt die Stadt. Außerdem habe es Liefer-Engpässe der speziellen Blinden-Leitsysteme gegeben.

Die Stadt bittet die Erfurter deshalb um Verständnis: Der Anger in Erfurt bleibt also noch etwas länger ein Engpass – voraussichtlich Mitte November sollen die Restarbeiten abgeschlossen sein, so die Aussage der beauftragten Baufirmen. (fno)