Erfurt: Meterlange Menschenkette in der Stadt – der Hintergrund ist einfach nur traurig

In Erfurt versammelte sich am Freitag eine riesige Menschenkette – unter Polizeischutz.
In Erfurt versammelte sich am Freitag eine riesige Menschenkette – unter Polizeischutz.
Foto: Marco Schmidt

In Erfurt konnte man am Freitag eine Menschenkette vor der Synagoge in Erfurt sehen, mehrere Menschen mischten bei einer ganz besonderen Aktion mit.

Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow war in Erfurt vor Ort und wirkte mit.

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Erfurt: DAS steckt hinter der Menschenkette

Am Freitagnachmittag war viel los vor der Synagoge in Erfurt. Rund 150 Menschen stellten sich laut Polizei Erfurt vor die Synagoge der jüdischen Landesgemeinde.

In den Händen hielten sie ein weißes Band – doch was steckt hinter der Aktion?

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Das ist die Stadt Erfurt:

  • wurde 724 erstmals urkundlich erwähnt
  • ist die Landeshauptstadt von Thüringen
  • ist mit 214.000 Einwohnern auch die größte Stadt in Thüringen
  • Sehenswürdigkeiten: Krämerbrücke, Erfurter Dom
  • besteht aus 53 Stadtteilen
  • Oberbürgermeister ist Andreas Bausewein (SPD)

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Die Menschenkette fand in Gedenken an den ersten Jahrestag des rechtsextremistischen Terroranschlags auf eine Synagoge in Halle an der Saale statt.

Am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur hatte ein Mann in Halle 2019 versucht, das Gotteshaus zu stürmen. Er erschoss einen Passantin auf der Straße und einen Mann in einem Dönerimbiss. Die Menschenkette soll an diese Opfer erinnern.

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Erfurt: Auch Bodo Ramelow vor Ort

Die Synagoge in Erfurt wurde selbst am 20 .April 2020 Ziel eines rechtsextremistischen Anschlags – junge Neonazis hatten Molotow-Cocktails auf das Gotteshaus geworfen. Niemand wurde verletzt.

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow beteiligte sich an der Gedenk-Aktion am Freitag in Erfurt.

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Mehrere Gruppierungen hatten zu der Teilnahme aufgerufen, initiiert wurde das Ganze von „Omas gegen Rechts“. Laut Polizei Erfurt verlief die Aktion störungsfrei und friedlich. (kv)