Erfurt: Corona-Maskenpflicht bleibt – Zoopark öffnet nach Verwirrung wieder

In Erfurt gilt weiter eine Maskenpflicht.
In Erfurt gilt weiter eine Maskenpflicht.
Foto: imago images / Jacob Schröter

Erfurt. Immer, wenn es eng wird, wenn der Corona-Mindestabstand zwischen Menschen nicht eingehalten werden kann, besteht auch in Erfurt weiterhin Maskenpflicht. So hat die Stadtspitze in ihrer heutigen Beratung entschieden.

Die Stadtverwaltung Erfurt wolle dies noch in dieser Woche in der überarbeiteten Allgemeinverfügung festschreiben, sagte Bürgermeisterin Anke Hofmann-Domke, auch wenn das Land in seiner aktuellen Eindämmungsverordnung keine Maskenpflicht im Freien vorsieht.

Erfurt: Plakate sollen auf Maskenpflicht hinweisen

„Als Stadt können wir die Verordnung verschärfen, wenn wir es für notwendig erachten. Die Mund-Nase-Bedeckung brauchen wir in der Öffentlichkeit, in der Innenstadt beispielsweise oder an Bus- und Straßenbahnhaltestellen. Denn da kommen sich die Menschen viel zu nah, so dass sie sich gegenseitig anstecken können“, so Hofmann-Domke. Die Stadtverwaltung bereite jetzt Plakate vor, die schnellstmöglich in der Innenstadt und an den Haltestellen auf die Maskenpflicht hinweisen.

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Ebenfalls festhalten will die Stadt an ihrem Alkoholverkaufsverbot zwischen 23 Uhr abends und 5 Uhr morgens. Auch das wird in der Thüringer Verordnung nicht verlangt, aber in der städtischen Verfügung festgeschrieben. Demnach dürfen Tankstellen und Einzelhändler weiterhin nachts keinen Alkohol verkaufen. Auch nächtliche Weinlieferungen etwa durch einen Pizza-Bringdienst sind untersagt.

Thüringer Zoopark Erfurt ab Samstag wieder offen

Der Thüringer Zoopark Erfurt wird ab Samstag seine Tore wieder für Besucher öffnen. Das teilt der zuständige Finanz- und Wirtschaftsbeigeordnete, Steffen Linnert, mit. Am Wochenende hatte es Verwirrung gegeben, weil der Zoo seine Schließung ab Montag mitteilte, obwohl die ebenfalls ab heute gültige Landesverordnung das gar nicht verlangte.

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Demnach können die Außenanlagen von Zoo- und Tierparks weiterhin offen bleiben, während dagegen etaa Museen geschlossen werden müssen. Wie Linnert sagte, kam die Information des Landes Samstagnacht bzw. am Sonntagmorgen schlichtweg zu spät, um adäquat zu handeln.

„Es gab am Mittwoch einen eindeutigen Beschluss der Bund-Länder-Konferenz, dass Freizeitparks und ähnliches zu schließen sind. Daraufhin haben wir diskutiert und angenommen, dass unser Erfurter Zoo als Freizeitpark gilt. Weil wir am Freitag eine Entscheidung treffen musste, haben wir die Schließung ab Montag angeordnet. Als das Land nun erst am Sonntag die verbindliche Grundlage mitteilte, war es einfach zu spät für die Öffnung am Montag“, so Linnert.

Beim Besuch des Zooparks ist folgendes bis auf weiteres zu beachten:

  • Mund-Nasen-Schutz auf dem gesamten Zooparkgelände & Kassenvorplatz
  • keine gastronomische Versorgung
  • die Tierhäuser bleiben geschlossen

Der Beigeordnete verspricht nun die Wiederöffnung am 7. November. „Eher geht es leider nicht. Wir brauchen die nächsten Tage, um das Hygienekonzept der neuen Lage anzupassen." Insgesamt finde er es auch bei der derzeitigen Pandemie-Lage richtig, dass der Erfurter Zoopark für Besucher offen ist. „Der Zoo ist für die Großstädter ein riesiger Landschaftspark. Die Leute wollen an die frische Luft. Da ist der Erfurter Zoopark auch ein wichtiges Vehikel für sozialen Zusammenhalt."

Museen dicht – aber andere Orte dürfen öffnen

Die Museen in Erfurt bleiben bis Ende des Monats geschlossen. Das sieht die aktuelle Thüringer Verordnung vor. Da aber Gedenkstätten, Archive und Bibliotheken offen bleiben dürfen, um Bildungsarbeit zu leisten, wird der Erinnerungsort Topf & Söhne weiterhin geöffnet sein.

Jugendhäuser und Seniorenklub dürfen ebenfalls öffnen. „Wir bekommen sonst keine Hinweise auf schwierige Lebenssituationen. Nur so können wir die Menschen beraten", sagt Erfurts Bürgermeisterin Hofmann-Domke. Allerdings würden die Klubs keine Freizeitaktivitäten anbieten.

Sondertests in Schulen – Bürgermeisterin rät davon ab

Zwei Schulen in der Landeshauptstadt haben am Montag wegen ihres Hausrechts negative Corona-Tests verlangt, eine staatliche Schule und eine Schule in freier Trägerschaft. Alle Schüler, die in Risikogebieten im Urlaub waren, sollten diese vorzeigen. Wenn sie es nicht konnten, wurden sie wieder nach Hause geschickt.

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Erfurts Bürgermeisterin Hofmann-Domke sagt, die Stadtverwaltung habe darüber nur über die städtische Corona-Hotline Kenntnis erhalten, als Eltern sich über dieses Vorgehen beschwerten. „Als Schulträger sind wir bei solchen schulorganisatorischen Fragen außen vor. Das ist Sache der Schulleitung und des Bildungsministeriums. Ich rate aber von solchen Sondertests ab“, sagte sie. Nicht ohne Grund habe die Stadtverwaltung vergangene Woche mit dem Bildungsministerium einen Maßnahmenkatalog erarbeitet, der solche Tests nicht vorsieht. (red)