Erfurt: Mann teilt Foto – und alle rasten aus! „Da war der Anger noch schön!“

Der Anger in Erfurt war schon in den 80er Jahren ein beliebtes Postkartenmotiv.
Der Anger in Erfurt war schon in den 80er Jahren ein beliebtes Postkartenmotiv.
Foto: imago images

Erfurt. Der Anger ist so etwas wie das Herzstück von Erfurt. Der zentrale Platz ist nicht nur ein beliebter Treffpunkt, um die historischen Fassaden zu bewundern, sondern auch Heimat von Einkaufszentrum, Fußgängerzone und Ausgehmöglichkeiten.

Und das war auch schon vor Jahrzehnten so. Oder zumindest so ähnlich! Das zeigt ein Foto vom Anger, das jetzt in einer Erfurt-Gruppe bei Facebook für Furore sorgt.

Erfurt: Foto vom Anger verzückt – doch nicht alle sind begeistert

Auf der historischen Aufnahme von 1989 zu sehen: bildschöne, alte Fassaden, viele Blumen, Bäume und Sträucher zwischen Geschäften und Pflastersteinen des Angers. Dazwischen glücklich aussehende Erfurter auf einem Spaziergang. Sogar ihre typische 80er-Jahre-Kleidung wirkt inzwischen wieder hip.

Das weckt unzählige schöne Erinnerungen an unbeschwerte Jugendtage bei den Erfurtern:

  • „Das viele schöne grün!“
  • „Nicht nur schön Grün, auch einige Bänke als Erholungsinseln. Da war der Angeber noch schön, jetzt ist er praktisch zum Shoppen und Verkehrsknotenpunkt der Bimmel.“
  • „Echt schön!“

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Das ist der Anger in Erfurt:

  • Der zentrale Platz der Landeshauptstadt ist etwa 500 Meter lang
  • Am nordöstlichen Ende befindet sich das Einkaufszentrum Anger 1, auf der Gegenüberliegenden Seite dar Angerbrunnen
  • Der südwestliche Abschnitt wurde zu einer Fußgängerzone
  • erstmals wurde der Platz 1196 erwähnt, vom 14. bis zum 17. Jahrhundert wurde dort ausschließlich mit Färberwaid gehandelt – aus dieser Pflanze wurde ein blauer Farbstoff gewonnen
  • Von hat der Platz auch seinen Namen „Weidt Anger“, wobei Weidt für die Pflanze steht und Anger für „Dorfplatz“

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Doch nicht alle sind restlos begeistert von der Schwärmerei über den alten Anger. „Der Anger ist heute viel schöner als auf dem Postkartenmotiv. Dass viele mit der damaligen Zeit schöne Erinnerungen im Verbindung bringen, ist verständlich.“

Doch auch er bemerkt „kaputte und farblose Fassaden“, „schadhafte Schienen und Plattenwege“. „In die Seitenstraßen und Hinterhöfe wollte man gar nicht schauen.“ Im Gegensatz dazu sei heute alles anders, der Anger besteche mit seiner Gastronomie, und grün sei er noch immer.

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Ein anderer Erfurter stimmt ihm zu: „Viele reden immer von 'schön grün'. Ich sehe auf den Bilden immer Bäume und Bänke. Das lenkt schön von den kaputten Häusern und dem kaputten Anger ab“, meint der Kommentator.

„Schaut mal auf die Schienen und z.B. auf das HO Schild, usw.. Das kann man doch nicht übersehen. Anscheinend funktioniert die optische Ablenkung des Mangels bis heute“, meint der Mann. Sein Fazit: „Ein Like für eine Erinnerung, aber keins für 'früher war es besser'.“

Sein Fazit: „Früher war nicht alles besser. Einiges natürlich, denn jedes System hat seine Vor-und Nachteile.“ (vh)