Erfurt: Dieser Laden ist einzigartig – er macht mehrfach im Jahr dicht

Foto: Stadtverwaltung Erfurt, Amt für Wirtschaftsförderung

Erfurt. Dass die Mieter der Geschäfte in der Innenstadt von Erfurt hin und wieder wechseln, ist nichts Ungewöhnliches.

Doch in einem Geschäft am Fischmarkt in Erfurt passiert das gleich mehrmals im Monat – und das auch noch mit System! Was steckt hinter diesem Geschäftsmodell?

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Erfurt: Dieses Geschäft schließt immer wieder – um dann mit Neuem zu überraschen!

Ganz einfach: Der Pop-Up Store F11! Dort haben Jungunternehmen die Chance, ihre Produkte zu testen und im direkten Kundenkontakt ein Feedback zu erhalten. Sie beziehen den Geschäftsraum für einige Wochen für einen günstigen Kurs, anschließend kommt der nächste an die Reihe.

Häufig verkaufen sie ihre Produkte bereits online, möchten jedoch auch die eigene Region erreichen – um auf diese Weise Menschen und Ideen in Erfurt Perspektiven zu bieten, erklärt Vera Golenia, die das Projekt für die Stadt Erfurt verantwortet.

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„Der F11 hat sich zu einem Knotenpunkt der Gründer/innen entwickelt, sowohl offline/vor Ort, als auch online. Man/Frau kennt sich, interessiert sich füreinander. Sowohl für die Produkte, als auch für die Menschen und deren Geschichten“, erklärt Golenia.

Das sei nicht nur spannend, sondern helfe auch den Gründern weiter. „Zwischenzeitlich sind im F11 viele Kontakte und Freundschaften entstanden – auch Geschäftsbeziehungen, weil der eine etwas kann, das der andere braucht.“

Pop-Up-Store F11 in Erfurt – dieses Fazit ziehen die Unternehmer

Von dieser Erfahrung im Pop-Up-Store, hinter dem die Wirtschaftsförderung der Stadt und die IHK als Unterstützungssystem stehen, hat auch Christine Rauch profitiert. Im Oktober hat die Expertin für essbare Wildpflanzen ihren neuen Giersch-Kräcker im Pop-Up-Store vorgestellt.

„Die Woche war super um zu testen, wie der Kräcker ankommt“, erzählt Rauch. Der Snack schlug ein wie eine Bombe: „Die Rate von testen und kaufen lag fast bei 1:1“, sagt die erfreute Thüringerin.

Auch darüber hinaus habe sich das Engagement im F11 gelohnt: Die Anzahl ihrer Fans in den sozialen Medien habe sich deutlich vergrößert. Nicht nur in Erfurt, sondern bundesweit. „Zu meiner Zeit im Pop-Up-Store waren die Corona-Regeln nicht so streng, es waren viele Touristen in der Stadt. Einige Packungen Kräcker habe ich schon durch ganz Deutschland geschickt.“

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Weil der Giersch-Kräcker so gut ankommt, plant Rauch nun eine Winteredition mit Brunnenkresse. Nach dem positiven Feedback im F11 träumt die Thüringerin davon, mit ihrem alternativen Snack bald auch die Regale von Unverpackt-Läden oder Drogerien zu füllen.

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Diese Bilanz zieht eine Möbelproduzentin

Eine ähnlich positive Bilanz zieht Nancy Gräfe. Gemeinsam mit ihrem Mann stellt sie handgefertigte Möbel aus lokalem Naturholz her, mit denen sie den Pop-Up-Store im Oktober ausgestattet hat.

„Wir konnten unsere Möbel in real präsentieren, die Menschen konnten sie sehen und fühlen.“ Ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidung für ein neues Möbelstück, vor allem bei einem solch individuellen: Das Holz stammt aus Thüringen, zum Beispiel aus Verkehrssicherungen.

Gräfe und ihr Mann schälen es sogar selbst, bevor es zu Tisch, Stuhl und Co. verarbeitet wird. F11 bescherte ihnen einen merklichen Aufschwung: Immer mehr Anrufe gehen bei den Thüringern ein. Die Nachfrage nach den individuell handgefertigten Einzelstücken steige.

Eine tolle Erfahrung, der laut Gräfe gern weitere folgen dürfen: „Ich würde mir wünschen, auch mal einen kompletten Store mit unseren Möbeln auszustatten...“ (vh)