Corona-Demo in Erfurt: Als der Veranstalter DAS sagt, eskaliert die Situation

Die Corona-Demo am Samstag in Erfurt eskalierte, auch weil der Veranstalter Öl ins Feuer goß.
Die Corona-Demo am Samstag in Erfurt eskalierte, auch weil der Veranstalter Öl ins Feuer goß.
Foto: Thüringen24

Erfurt. Die Voraussetzungen waren vor der Corona-Demo am Samstag eindeutig: Die Stadt Erfurt hatte die Demo verboten, das Oberverwaltungsgericht Thüringen bestätigte die Entscheidung (mehr dazu hier).

Dem Aufruf des Bündnis „Thüringen steht zusammen“, sich gegen die Corona-Auflagen der Landesregierung zu stellen, folgten dennoch 500 Teilnehmer. Teils eskalierte der Aufmarsch, auch weil der Veranstalter und ein ehemaliges AfD-Mitglied Öl ins Feuer gossen.

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Corona-Demo in Erfurt eskaliert: Polizei lässt sich nicht an der Nase herumführen

Wie die berichtet, fuhr die Polizei ein Deeskalationskurs. Die Vereinbarung mit dem Veranstalter Stefan H. sah vor, dass er das Verbot der Demo vom Obelisk am Domplatz verkünden darf. Dem kommt Stefan H. nach, doch zusätzlich erklärt er, warum er zur Versammlung aufgerufen habe. Das toleriert die Polizei noch.

Doch dann wird es brisant. Laut soll er gesagt haben: „Wir sagen jetzt diese Veranstaltung ab. Was ihr jetzt macht in Erfurt, wenn ihr einmal hier seid, das ist eure Entscheidung.“ Ein: Geht bitte nach Hause, hört sich anders an. Auf die Spitze treibt es Heinrich Fiechtner, Ex-AfD-Mitglied und Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg. Er will noch „ein paar Grußworte“ loswerden, da hat die Polizei genug gesehen und schreitet ein.

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300 Identitäten werden festgestellt, Bußgelder folgen

Die Sicherheitskräfte versuchten, die nicht genehmigte Zusammenkunft aufzulösen und die Identitäten der Teilnehmer festzustellen.

Die Polizei hatte die Menschen vorher mehrfach aufgefordert, einzeln den Platz zu verlassen – sonst drohten den Teilnehmern Bußgelder wegen Ordnungswidrigkeiten. Dem folgten viele nicht. Stattdessen bewegte sich eine Menge ein stückweit in die angrenzende Marktstraße. Von über 300 der rund 500 Teilnehmenden sei die Identität festgestellt worden.

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„Alle Personen, die trotz Verbot an der Kundgebung teilnahmen, wurden angezeigt und müssen mit einem empfindlichen Bußgeld rechnen“, heißt es in einer anschließenden Meldung.

Viele der Menschen auf dem Domplatz trugen keine Mund-Nasen-Bedeckung und auch Mindestabstände wurden wenig beachtet. Einige Teilnehmer hatten Kerzen dabei. Außerdem waren Fackeln, Plakate und Deutschlandfahnen zu sehen. (mb/dpa)