Buga in Erfurt darf nicht öffnen? Das wäre bitter – und wirft Fragen auf

Über Monate schaute Erfurt auf die Buga-Baustelle am Petersberg. Um am Ende das Resultat nicht aus der Nähe betrachten zu können?
Über Monate schaute Erfurt auf die Buga-Baustelle am Petersberg. Um am Ende das Resultat nicht aus der Nähe betrachten zu können?
Foto: Martin Schutt/dpa
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Erfurt. Hamburger Elphi, Stuttgart 21 und bald Buga Erfurt 2021? Werden diese Drei bald unisono genannt, wenn es um Projekte geht, die unnötig Millionen verschlungen haben?

Sollte eine Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes für Deutschland beschlossen werden, sieht es ab dem 26. April ziemlich düster für die Buga in Erfurt aus. Drei Tage, so rechnete Erfurts OB Andreas Bausewein aus, könnten Besucher die Blumenmeere am Petersberg und Co. bewundern. Dann müssten die Pforten wieder geschlossen werden.

Wird die Buga in Erfurt zum Millionengrab?

Von Beginn an stand die Bundesgartenschau in Erfurt stark in der Kritik. Der größte Vorwurf vieler Bürger: Sie hätten gerne mitentschieden, ob die Gartenbau-Ausstellung denn überhaupt in Erfurt stattfinden soll.

Immerhin sind schon 150 Millionen Euro investiert worden. Hinzu kommt, dass die Durchführung weitere rund 47 Millionen Euro verschlingt. Natürlich profitiert die Thüringer Landeshauptstadt auch nach der Buga von neuen Brücken, Fahrradwegen, Spielplätzen und einem modernisierten Gartenbaumuseum. Und wenn die Corona-Regeln wieder gelockert sind, erfreuen sich Erfurter wie Touristen gleichermaßen an Blumenfeldern und Hollywoodbuchstaben am Petersberg.

Umso wichtiger ist es also, dass die Buga öffnet. 23.000 Dauerkarten sowie mehr als 65.000 Tageskarten sind bereits verkauft worden. Die Leute wollen raus, was erleben, die Resultate monatelanger Bauarbeiten aus der Nähe betrachten. Wer kann es ihnen verübeln?

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Stimmt das Hygienekonzept, ist die Gefahr auf der Buga geringer als zuhause

Nach dem, was wir über das Coronavirus wissen, lässt sich guten Gewissens sagen: Die Buga könnte öffnen. Ansteckungen passieren vornehmlich in geschlossenen Räumen und im Privaten, sagen Experten. Die Buga ist hingegen eine Open-Air-Veranstaltung. Den Besuch zu verbieten, wirft angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse also Fragen auf.

Stimmt das Hygienekonzept, ist die Ansteckungsgefahr auf der Buga Experten zufolge geringer als zuhause. Besucherströme könnten gelenkt werden. An den Kassenhäuschen kann genau bestimmt werden, wie viele Menschen aktuell auf dem Gelände sind. Auch hier können Maskenpflicht und Abstand eingehalten werden.

Kommt nun aber eine Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes, wäre jedes noch so ausgefeilte Hygienekonzept hinfällig. Leider.

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