Erfurt: Anklage! Nach Rassismus-Attacke in Tram – DAS wird dem Täter vorgeworfen

In einer Straßenbahn in Erfurt ist ein 17-jähriger Syrer angegriffen worden. Jetzt wurde gegen den mutmaßlichen Täter Anklage erhoben. (Symbolbild)
In einer Straßenbahn in Erfurt ist ein 17-jähriger Syrer angegriffen worden. Jetzt wurde gegen den mutmaßlichen Täter Anklage erhoben. (Symbolbild)
Foto: imago/Viadata

Es war ein Video, das deutschlandweit für Schockstarre sorgte.

Es zeigte einen Mann in einer Straßenbahn in Erfurt, der einen syrischen Jugendlichen beleidigt, bespuckt, später auch geschlagen und getreten hatte. Der rassistische Angriff hatte für große Wellen gesorgt. Nun hat die Staatsanwaltschaft Erfurt Anklage gegen den 41-jährigen Mann erhoben.

Erfurt: Straßenbahn-Angriff sorgte für Schockstarre

Das Video der rassistischen Attacke in der Linie 5 in Erfurt hatte sich schnell über das Internet verbreitet (hier die Erstmeldung). Sogar Thüringen-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) hatte sich zu dem Vorfall geäußert.

Er habe kaum glauben können, „wie widerlich und wie unglaublich brutal diese Person auf diesen jungen Menschen reagiert“, sagte Ramelow damals.

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Das ist die Stadt Erfurt:

  • wurde 724 erstmals urkundlich erwähnt
  • Landeshauptstadt von Thüringen, mit 214.000 Einwohnern auch die größte Stadt
  • Sehenswürdigkeiten: Krämerbrücke und Erfurter Dom
  • Oberbürgermeister ist Andreas Bausewein (SPD)

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Erfurts Oberbürgermeister zeigte sich ebenfalls „erschüttert“. Er „verurteile diesen Angriff auf das Schärfste“, erklärte der SPD-Politiker. Auch viele Erfurter waren von den Gewaltszenen geschockt, äußerten auf Facebook ihr Unverständnis für die Tat.

Das wirft die Staatsanwaltschaft dem Täter vor

Nun hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 41-jährigen mutmaßlichen Täter erhoben. Ihm werden gefährliche sowie vorsätzliche Körperverletzung, versuchte Nötigung, Beleidigung und Sachbeschädigung vorgeworfen. Das teilte die Erfurter Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

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In dem Video war zu sehen, wie der Mann das Handy des Jugendlichen nahm und auf den Boden schmetterte.

Wie die Deutsche Presseagentur mitteilte, sei der Tatverdächtige bereits im Vorfeld polizeilich auffällig gewesen. So sei er wegen Eigentumsdelikten vorbestraft gewesen und habe sich zum Zeitpunkt der Attacke auf Bewährung befunden. Ein Freund des Opfers erklärte damals gegenüber der „Bild“, der Mann habe schon in der Vergangenheit Migranten rassistisch beleidigt und bedroht.

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Der 41-Jährige habe zu Protokoll gegeben, er sei im Vorfeld der Tat von dem 17-jährigen Ali A., das Opfer der Attacke, angegriffen worden und habe A. daraufhin in der Straßenbahn wiedererkannt. Ali A. flüchtete aus Syrien und kam 2019 nach Erfurt. (dav, mit dpa-Material)