Erfurt: Erschreckende Zahlen – reicht die Rente nicht aus?

Erfurt: Viele Menschen fürchten sich vor der so genannten Altersarmut. (Symbolfoto)
Erfurt: Viele Menschen fürchten sich vor der so genannten Altersarmut. (Symbolfoto)
Foto: IMAGO / Michael Gstettenbauer

Erfurt. Da ackert man sein Leben lang und trotzdem reicht es hinterher vorne und hinten nicht. Auch in Erfurt haben viele Menschen Angst vor der Altersarmut.

Die Gewerkschaft „Nahrung-Genuss-Gaststätten“ (NGG) schlägt jetzt Alarm – und präsentiert erschreckende Zahlen aus Erfurt.

Erfurt: Dieses Einkommen reicht nicht mal zum Grundsicherungsniveau

Die Gewerkschafter haben sich Statistiken der Arbeitsagentur und der Deutschen Rentenversicherung angeschaut. Das Ergebnis: 22 Prozent aller Vollzeit-Beschäftigten in Erfurt verdienen weniger als 2.050 Euro brutto im Monat.

Bei diesem Einkommen müssten sie mehr als 45 Jahre arbeiten, um in der Rente überhaupt über die Schwelle der Grundsicherung zu kommen.

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Armut in Deutschland

  • Im Jahr 2018 waren laut Statista in Deutschland 18,7 Prozent der Menschen von von Armut betroffen
  • Die Armutsgrenze liegt bei 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens der Bevölkerung in Privathaushalten
  • Wer in Deutschland weniger als 14.109 Euro im Jahr verdient, gilt nach dem Stand des Jahres 2019 als armutsgefährdet

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Die liegt aktuell bei 835 Euro im Monat.

NGG: Altersarmut „für viele Menschen längst Realität“

„Altersarmut ist kein Schreckensszenario in der Zukunft, sondern für viele Menschen längst Realität“, sagte NGG-Thüringen-Chef Jens Löbel. Er fordert, dass die gesetzliche Rente gestärkt wird. Rentenkürzungen oder Forderungen über ein späteres Eintrittsalter seien der falsche Weg, so Löbel weiter.

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Laut der NGG ist das Rentenniveau seit dem Jahr 2000 von 53 Prozent auf momentan 48 Prozent abgesenkt worden. Für Geringverdiener bedeutet das, dass sie im Schnitt vier Jahre länger arbeiten müssen, um mit der Rente zumindest auf Grundsicherungsniveau zu kommen. (bp)