Clueso offen wie nie: „Bin irgendwann in eine Klinik gekommen“

Clueso: Der Künstler spricht sehr offen über seine Psyche.
Clueso: Der Künstler spricht sehr offen über seine Psyche.
Foto: IMAGO / Karina Hessland

Seit Jahren steht Clueso bereits mit beiden Beinen im Musikbusiness. Bei dem ganzen Erfolg könnte man meinen, dass der Sänger alles erreicht hat.

Doch wie jeder andere Mensch hat auch Clueso sein Päckchen zu tragen. In einem Interview spricht der Erfurter ganz offen über seine Gefühlslage. In der Kindheit habe er mit Problemen zu kämpfen gehabt.

Clueso: Diagnose bereits in der Kindheit

Acht Alben hat Clueso bislang herausgebracht, die sich insgesamt rund zwei Millionen Mal verkauft haben. Im Titelinterview mit DB MOBIL, dem Kundenmagazin der Deutschen Bahn, bezeichnet sich der Sänger als hyperaktiv – eine Diagnose, die ihm bereits als Heranwachsender gestellt wurde.

„Ich bin überall angeeckt, aber keiner hat gecheckt, dass da eine Energie ist, die kanalisiert werden wollte, und ich nur das Ventil nicht gefunden habe. Ich hätte Lehrer gebraucht, die mir zuhören, die Ideen haben, was ich machen könnte. Stattdessen war ich einfach nur scheiße auffällig und bin irgendwann in eine Klinik gekommen.“ Sechs Wochen habe er in einer psychiatrischen Kinderklinik verbringen müssen, bis seine Eltern ihn herausgeholt haben.

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Das ist Clueso:

  • am 9. April 1980 in Erfurt geboren
  • heißt eigentlich Thomas Hübner
  • deutscher Sänger, Rapper, Songwriter, Produzent und Autor
  • machte zunächst eine Ausbildung zum Friseur, bevor er sich für die Musik entschied
  • 2001 erschien sein erstes Album „Text und Ton“
  • mittlerweile hat er acht Alben veröffentlicht und sein eigenes Label
  • 2020 erschien mit „Andere Welt“ eine Kollaboration mit den Rappern Capital Bra und KC Rebell

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Im Interview spricht Clueso außerdem über die Freiräume, die er als Kind genossen hat. Als die Mauer im November 1989 fiel, war er – als Thomas Hübner in Erfurt geboren – neun Jahre alt.

Die Zeit nach der Wende hat Clueso in guter Erinnerung

Für ihn sei die Zeit danach toll gewesen: „Die Erwachsenenwelt war krass mit sich beschäftigt, sogar die Polizei hatte anderes zu tun, als auf uns zu achten. Auf einmal war die ganze Stadt ein einziger Spielplatz“, berichtet der 41-Jährige gegenüber DB MOBIL.

Seine musikalische Laufbahn begann Clueso als Rapper – was ihn im Ostdeutschland nach der Wende mitunter zur Zielscheibe gemacht hat, erzählt er im Interview.

Clueso von Nazis verfolgt

„Es war in den ostdeutschen Innenstädten überhaupt kein Problem, als Neonazi aufzutreten – Shirts mit Logos von rechten Bands oder von Marken wie Thor Steinar und Lonsdale, Springerstiefel, weiße Schnürsenkel. Und wir Hip-Hopper sind dann von den Nazis durch die Stadt gejagt worden.“

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Schon früh hat Clueso die Musik als eine Art Ausgleich gesehen. Anfangs blieb der Erfolg zwar aus: „Viele Jahre wollte mich keiner hören. Damals habe ich gedacht, dass die da draußen alle doof sind. Dass die meinen Style nicht checken, dass die da oben mir keine Chance geben, dass die Plattenfirmen keinen Geschmack haben.“

Schließlich und endlich hat es ja dann doch geklappt. (dpa, neb)