Erfurt: Nach brutaler Attacke in Straßenbahn – Angeklagter stört immer wieder den Prozess

In einer Straßenbahn soll der Angeklagte einen Syrer brutal attackiert haben. (Symbolbild)
In einer Straßenbahn soll der Angeklagte einen Syrer brutal attackiert haben. (Symbolbild)
Foto: IMAGO / Christian Ditsch

Erfurt. Im Prozess gegen den so genannten Straßenbahntreter geht es am Ende wohl mehr um die Höhe der Strafe als um die Frage, ob der Angeklagte Christian B. tatsächlich schuldig ist. Vor Gericht muss er sich gerade wegen einer brutalen Attacke auf einen Syrer im April verantworten. Er hat ihn in einer Straßenbahn in Erfurt brutal gegen den Kopf getreten und rassistisch beleidigt.

Die Beweislage ist erdrückend. Immerhin gibt es ein Video vom Vorfall, das nicht zuletzt in sozialen Medien für viel Aufruhr gesorgt hat. Am Dienstag könnte am Landgericht Erfurt ein Urteil fallen.

Erfurt: Angeklagter mischt sich immer wieder in Prozess ein

Und mittlerweile scheint sich auch die steigende Nervosität bei Christian B. bemerkbar zu machen. Am vorletzten dritten Prozesstag hat er sich gleich mehrmals in die Verhandlungen eingemischt. Er musste schließlich vom Richter gemaßregelt werden – zwei Mal. Die „Thüringer Allgemeine“ hat darüber berichtet.

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Demnach hat in dieser Prozessrunde die Frau des Angeklagten ausgesagt. Es ging unter anderem um die politische Gesinnung des Angeklagten und seinen Drogenkonsum. Die Frau versuchte ihren Mann dabei offenbar in einem positiven Licht stehen zu lassen. Eine konkrete Antwort auf seine politische Gesinnung – also ob der Mann rechtsradikal ist oder nicht – hat sie jedoch nicht gegeben.

Ist der Angeklagte drogenabhängig?

Beim vermeintlichen Drogenkonsum von Christian B. gibt es ein paar mehr Verstrickungen. Involviert ist auch die Schwester der Frau, die vor der Polizei ausgesagt haben soll. Was die Frau von Christian B. über seinen Drogenkonsum genau gesagt hat, liest du bei der >>>„Thüringer Allgemeinen“.

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Am Dienstag könnte nun das Urteil fallen, auf jeden Fall sollen aber die Plädoyers gehalten werden. Bis zu zehn Jahre könnte Christian B. wegen gefährlicher Körperverletzung im Knast landen. (bp, dpa)