Erfurt: „Ich werde immer fetter“ – neue Plakate mit kontroverser Botschaft

Immer mehr Autos strömen in die Städte und brauchen Platz. (Symbolbild)
Immer mehr Autos strömen in die Städte und brauchen Platz. (Symbolbild)
Foto: dpa

Erfurt hat ein ähnliches Problem wie viele andere Städte auch.

Denn während es immer mehr Autos gibt und diese auch immer breiter werden, ändert sich oft an der Anzahl der Parkmöglichkeiten nicht viel. Das kann zu ziemlich viel Frust bei den Autofahrern in Erfurt führen.

Erfurt will mit Plakatkampagne zu weniger Autonutzung anregen

Deswegen hat sich die Stadt nun eine Kampagne überlegt, die zum Nachdenken anregen soll.

------------------------------------

• Mehr Themen:

-------------------------------------

Die gelben Plakate hängen seit heute im Erfurter Stadtgebiet. „Ich werde immer fetter!“ steht darauf in schwarzer Schrift. Dazu ein stilisiertes Auto. Das Motiv soll das Mobilitätsverhalten der Anwohnerschaft hinterfragen, das zu einer ungerechten Flächennutzung führt.

„Mit unserer Kampagne wollen wir vor allem Autobesitzer ansprechen, die im Innenstadtbereich oder in unmittelbarer Nähe wohnen. Wir wollen sie animieren, darüber nachzudenken, ob sie ihren Wagen wirklich brauchen“, erklärt Matthias Bärwolff, Beigeordneter für Bau, Verkehr und Sport, die Idee hinter dem Plakat.

Autos werden immer mehr, länger und breiter – auch in Erfurt

Die Statistik besage, dass heutzutage zu den meisten Haushalten mehr als ein Fahrzeug gehört. Fakt ist auch, dass Autos in den letzten 30 Jahren bis zu 20 Zentimeter breiter und auch deutlich länger geworden sind. Bärwolff: „Diese Entwicklung ist fatal für den öffentlichen Raum, denn der ist begrenzt. Parkende Autos verbrauchen wertvolle Flächen, die Fußgänger, Menschen mit Behinderung, Eltern mit Kinderwagen dringend brauchen. Diesen Nutzungskonflikten muss sich die Stadtverwaltung stellen.“

Der Verkehrsbeigeordnete verweist auf die vielen Möglichkeiten, sich in Erfurt schnell und komfortabel fortzubewegen: Einen modernen und gut getakteten öffentlichen Nahverkehr, attraktive Rad- und Fußwege. „Der Ausbau dieser Bereiche hat in Zukunft Priorität. Wir hoffen, mit unserer Aktion zum Umdenken anzuregen. Es wäre doch auch ein guter, nachhaltiger Vorsatz für 2022, das eigene Auto oder zumindest den Zweitwagen abzuschaffen“, so Bärwolff.

Sechs Motive wurden für die Kampagne in Erfurt entwickelt

Insgesamt sechs Plakatmotive haben Stadtverwaltung und eine Erfurter Werbeagentur für die Kampagne entwickelt.

Bis Juli wirbt jeden Monat ein neues Plakat zum Umdenken. Bleibt zu hoffen, dass Plakate tatsächlich zum Nachdenken und auch zum Handeln anregen. (fb)