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Erfurt: Frau spaziert an der Gera – DIESER Fund macht sie komplett baff

Die Spuren sind am Gera-Ufer in Erfurt nicht mehr zu übersehen. Hier macht sich eindeutig ein neuer Anwohner breit. Grund zur Sorge?

© IMAGO / Bild13 / Dani Kadner / Montage: Thüringen24

Das ist Thüringens Landeshauptstadt Erfurt

Erfurt ist die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen. Sie ist mit 214.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes. Erfurt wurde im Zusammenhang mit der Errichtung des Bistums im Jahr 742 erstmals urkundlich erwähnt.

„Es ist nicht zu übersehen“, kommentiert eine Erfurterin ihre Entdeckung in einem Facebook-Beitrag. Sie war in der Stadt an der Gera spazieren, als ihr dort am Ufer Bäume mit eindeutigen Spuren auffielen.

Sofort war ihr klar, was oder besser gesagt wer sich dort zu schaffen gemacht haben muss. Sie zückte ihre Kamera, knipste ein paar Bilder und teilte sie mit der Erfurter Facebook-Gemeinde. Nicht alle zeigten für die vermeintliche Verwüstung Verständnis. Die Stadt weiß aber auf Thüringen24-Anfrage zu beruhigen.

Erfurt: Neuer Anwohner macht sich bemerkbar

Er ist mittlerweile auch bei uns wieder heimisch. Und das ganz offensichtlich, wie die Bilder jetzt belegen, die die Erfurterin der Thüringen24-Redaktion zur Verfügung gestellt hat. Hier hat sich ganz eindeutig ein Biber ausgetobt. Seit 2019 gibt es die Tiere wieder in Stadt, bestätigt das Erfurter Naturschutzamt auf Nachfrage. Und wie man sieht, haben sie ordentlich Appetit mitgebracht.

Einigen Anwohnern bereitet das durchaus Sorgen. Manch einer deklariert den Biber auf sozialen Medien schon zum „Feind der Natur“. Sind die Ängste berechtigt?

Sind die Biber in Erfurt schädlich?

„Biber zerstören keine Lebensräume, sondern erschaffen sie“, sagt Jens Düring, seines Zeichens Chef für Naturschutz beim Umweltamt in der Stadt.  „Zunächst natürlich für sich selbst, im Zuge dessen jedoch für zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten.“ Dazu zählen laut dem Biber-Experten der Laubfrosch, Libellen und viele Vogelarten wie zum Beispiel der Eisvogel.

Erfurt
Ganz schön angeknabbert. Der Biber hinterlässt in Erfurt seine Spuren. Foto: Dani Kadner

„Problematisch sind eher wirtschaftliche Schäden“, erklärt Düring weiter. Dies habe aber nichts mit natürlichen Lebensräumen zu tun, sondern betreffe hauptsächlich menschengemachte Strukturen.

10 bis 20 Biber in Erfurt

Auch die Gefahr einer möglichen Überpopulation sieht der Experte nicht. „Grundsätzlich regulieren sich Biber-Populationen langfristig von selbst“, sagt er. Das liegt hauptsächlich daran, dass sich Biber ihr Revier äußerst ungern mit ihren Artgenossen teilen – und im Zweifel schnell aggressiv werden können. Jungtiere verlassen in der Regel mit etwa zwei Jahren das Elternrevier und suchen nach einem freien Gebiet.


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In Erfurt, schätzt das Naturschutzamt, leben aktuell 10 bis 20 Biber. Genaue Zahlen seien hier schwierig. Immerhin bekommt man die Tiere nur äußerst selten zu Gesicht und kann sie auch nur schwer auseinanderhalten. Dauerhaft besetzt seien bisher aber fünf Reviere, in denen jeweils mindestens ein Tier lebt. In dreien sind auch Paare mit Baby-Bibern nachgewiesen.