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Erfurt: Hohn und Spott für „grüne“ Clara – „Umgeben von Lärm und Dreck“

Schon wieder Zoff um das Großprojekt „Grüne Clara“ in Erfurt. Was einige Anwohner diesmal auf die Palme bringt, erfährst du hier.

Erfurt
© Romina Zarie

Das ist Thüringens Landeshauptstadt Erfurt

Erfurt ist die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen. Sie ist mit 214.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes. Erfurt wurde im Zusammenhang mit der Errichtung des Bistums im Jahr 742 erstmals urkundlich erwähnt.

Wenn wir nur nach Facebook-Kommentaren gehen würden, könnten wir fast denken, der Schuss an der Clara in Erfurt ist gewaltig nach hinten losgegangen. Sollen und wollen wir aber natürlich nicht.

Eine Neuerung an der Kontroverso-Straße Nummer eins in Erfurt sorgt aber gerade für erbitterte Diskussionen. Was diesmal den Gesprächsstoff liefert, erfährst du hier.

Erfurt: Nächster Aufschrei wegen der Clara

Das Großprojekt der „Grünen Clara“ hat es beim besten Willen nicht leicht. In mehreren Schritten soll die Verkehrsachse beruhigt und zu einer „attraktiven, leistungsfähigen und sicheren Straße“ gemacht werden. Über Nacht funktioniert das freilich nicht. Und nicht ohne Baustellen. Entsprechend sorgte die Clara-Zetkin-Straße vor allem in den letzten Wochen und Monaten immer wieder für unschöne Schlagzeilen.

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So hat sich bei vielen Anwohnern mittlerweile eine offenbar nicht mehr ganz so wohlwollende Meinung dem Projekt gegenüber gefestigt. Anders ist wohl kaum zu erklären, dass ein paar Fotos von neuen Bänken in der Stadt in kürzester Zeit Hunderte Kommentare in einschlägigen Erfurter Facebook-Gruppen anhäufen.

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Erfurter schreibt Gedicht über neue Bänke

Ein Nutzer in einer öffentlichen Gruppe widmete den neuen Sitzgelegenheiten sogar ein kleines Gedicht. „Laden ein zum Verweilen und mehr / Vergiss nicht zu genießen den alltäglichen Berufsverkehr / Eine Mischung aus Abgas, lauten Geräuschen und Autogestank / an unsere Stadt Erfurt geht tausend Dank!“ Autsch!


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Tatsächlich sehen die Bänke ohne die vollständige Bepflanzung um sie herum (momentan befindet sie sich noch in Kübeln) etwas traurig aus. Aber – und das darf man nicht vergessen – bei der „Grünen Clara“ handelt es sich ja erst einmal um ein temporäres Projekt. Und die Bänke sind nur eine Maßnahme von vielen. Das betont auch die Stadt auf Thüringen24-Anfrage. „Diese temporäre Begrünung soll vorab abbilden, wie die Straße nach der dauerhaften Umgestaltung aussehen kann oder soll“, sagte Garten- und Friedhofsamt-Chef Sascha Döll. Wenn alles fertig ist, soll die Clara dann den „Charakter einer Grünanlage erhalten“, so Döll weiter. „Dazu gehören auch Bänke.“

„Einfach nur lächerlich“

Dennoch ernten genau diese Bänke in den Beitrags-Kommentaren ordentlich Spott. Viele Kritiker wollen vor allem nicht verstehen, warum man die Bänke so nah an der Straße gebaut hat. „Einfach nur lächerlich“, urteilt etwa eine Erfurterin. „Die, die das entworfen haben, müsste man mal einen Nachmittag dort hinsetzen.“ Hier ein kurzer Auszug aus den Kommentaren:

  • „Hoffentlich ist der Kaffee so schwarz wie der Humor, den man braucht, um diesen Schwachsinn, umgeben von Verkehrslärm und Dreck, genießen zu können.“
  • „Zwischen Holzabfällen und Baukübeln“
  • „Was in dieser Stadt möglich ist, spottet jeder Beschreibung!“

Zu den gewählten Standorten der Bänke sagt Döll: „Die Bänke wurden insbesondere an Stellen platziert, an denen mit deren Nutzung zu rechnen ist (beispielsweise an der Bushaltestelle, am Thailändischen Restaurant) und sind mit Bäumen sowie Sträuchern gruppiert und zum Gehweg hin ausgerichtet, um sie vom Verkehr abzuschirmen.“ Demnach soll die Erfurter bald wieder zur Umgestaltung der Clara befragt werden.

Auch Lob von Erfurtern

Nicht alle sehen die Bänke dabei nebenbei derartig pessimistisch. „Mal wieder typisch Erfurt“, wettert ein Nutzer gegen. „Es wird gejault und genölt, wo es nur geht, anstatt der Sache mal eine Chance zu geben und die Zeit abzuwarten, bis Pflanzen sich entwickeln und wachsen.“

Insgesamt wurden an der Clara laut Stadt acht Bänke aufgestellt. Kostenpunkt liegt bei etwa 8.000 Euro. Wenn die temporäre Begrünung zurückgebaut wird, sollen die Bänke an anderen Stellen in der Stadt platziert werden.