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Erfurt: Run aufs Deutschlandticket – doch eine Sache überrascht

Auch in Erfurt gab es wegen des Deutschlandtickets eine Flut von Neuanträgen. Eine Sache überraschte die Verkehrsbetriebe allerdings.

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© Marcus Scheidel

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Die Nachfrage ist hoch – nach der Einführung des Deutschlandtickets haben auch in Erfurt etliche Nachzügler zu langen Schlangen an den Mobilitätszentren geführt (wir berichteten). Alleine in der Landeshauptstadt haben nach EVAG-Angaben bisher über 19.000 Kunden das Ticket erworben.

Tendenz steigend. In Erfurt arbeite das Personal im Mobilitätszentrum immer noch auf Hochtouren, so die EVAG. Eine Sache verblüfft die Verkehrsunternehmen allerdings.

Erfurt: Lange Schlangen wegen Deutschlandticket

„Uns erreichte in den letzten Tagen eine regelrechte Flut an Anfragen und Neuanträgen“, sagte EVAG-Vertriebsleiter Guido Nehrkorn. „Wir werden selbstverständlich auf jede Anfrage antworten, bitten aber um ein wenig Geduld und hoffen auf das Verständnis der Fahrgäste.“

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In ganz Thüringen sind bisher zehntausende 49-Euro-Tickets verkauft worden. Es gab in dieser Woche einen regelrechten Run von Nachzüglern. Auch in Jena, Weimar, Gotha und Gera berichteten die Verkehrsbetriebe von langen Warteschlagen vor den Service-Centern. Viele Fahrgäste wollten noch das Deutschlandticket für Mai erwerben, sagte Jennifer Santana, Sprecherin der Verkehrsgemeinschaft Mittelthüringen GmbH, die mehr als ein Dutzend Verkehrsunternehmen in Thüringen vertritt.

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Auch am Mittwoch hat sich vor dem EVAG-Servicecenter am Erfuter Anger noch eine lange Schlange gebildet. Foto: Marcus Scheidel

Erfurt: Deutschlandticket nur als Abo erhältlich

„Erstaunlich ist, wie viele Kunden das Ticket nicht als Handy-App, sondern als Chipkarte wollen“, so Santana. In Erfurt habe sich zeitweise in der Innenstadt vor dem Servicecenter der Verkehrsbetriebe eine nach Schätzungen etwa 100 Meter lange Warteschlange gebildet.

Letztlich sei es bei den meisten Kunden um ein Sofort-Abo des Deutschlandtickets gegangen, das noch im Mai gilt. Anders als das 9-Euro-Ticket im vergangenen Jahr könne das neue Ticket für den bundesweiten Einsatz im öffentlichen Nahverkehr nicht an den Fahrkartenautomaten erworben werden. „Es handelt sich um ein Abo, das gekündigt werden muss, wenn es nicht mehr gebraucht wird“, sagte die Sprecherin der Verkehrsgemeinschaft. Viele Betriebe rechneten damit, dass der Ansturm noch weitergehen könnte.

„Etwa jeder Vierte ist ein Neukunde“

In Weimar seien neben dem 49-Euro-Ticket für Mai bei den Wartenden auch schon Verträge ab Juni nachgefragt worden. Zudem wollten Studierende ihre Semestertickets auf die bundesweite Nutzung mit Deutschlandticket hochstufen lassen, sagte eine Sprecherin. In Gotha war auch von viel Nachfrage die Rede – bis zu 80 neue Anträge seien täglich abgeschlossen worden. In Gera wurde die Lage so beschrieben: „Wir werden fast schon überrannt.“ Dabei gehe es nicht nur um den Ticketkauf, sondern auch um Fragen zu dem Abo-Modell.


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Allein die Unternehmen im Verkehrsverbund Mittelthüringen berichteten von etwa 43.000 Deutschlandtickets, die innerhalb von zwei Wochen im April und damit vor dem Start am 1. Mai verkauft wurden. „Etwa jeder Vierte ist ein Neukunde“, sagte Sprecherin Santana. „Das Deutschlandticket hat den Effekt, den wir erhofft haben: Es hat das Interesse am öffentlichen Nahverkehr gesteigert.“ (dpa, bp)