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Erfurt: Rassistische Attacke am Herrenberg – „Lässt einen erschaudern“

Nach dem Überfall auf drei Männer hat das Landgericht Erfurt am Montag vier der sieben Angeklagten verurteilt.

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Das ist Thüringens Landeshauptstadt Erfurt

Sie ist mit 214.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes...

Nach einem Überfall auf drei Männer aus Guinea in Erfurt im Sommer 2020 sollen drei der mutmaßlichen Angreifer ins Gefängnis.

Sie würden am Montag (15. Mai) unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung zu Haftstrafen zwischen zwei Jahren und vier Monaten und vier Jahren und neun Monaten verurteilt, sagte der Vorsitzende Richter der zuständigen Strafkammer am Landgericht Erfurt bei der Urteilsverkündung.

Erfurter Urteil noch nicht fix

Ein weiterer Angeklagter erhielt eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren. Drei Angeklagte sprach das Gericht von den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Erfurt frei. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass die Verurteilten im Sommer 2020 aus rassistischen Motiven im Erfurter Stadtteil Herrenberg auf die drei Männer eingeschlagen und eingetreten hatten. „Was in dieser Nacht passiert ist, lässt einen als Bürger schon erschaudern“, sagte der Vorsitzende Richter.

Erfurt: „Null Verständnis, null Verständnis“

Die Tat sei eindeutig aus rassistischen Motiven erfolgt. Dennoch seien die vier Männer nicht wegen der Ideologie verurteilt worden, der sie folgten, sondern weil sie aus rassistischen Motiven heraus gehandelt hätten. „Dafür hat die Kammer null Verständnis, null Verständnis“, sagte der Vorsitzende Richter.


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Die Staatsanwaltschaft hatte ausschließlich Haftstrafen zwischen einem Jahr und sechs Monaten und vier Jahren und drei Monaten für die Angeklagten gefordert. Die Verteidiger hatten auf Freisprüche für ihre Mandanten plädiert. (dpa/red)