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Erfurt: HIER muss es wieder die Motorsäge richten! „Leider unumgänglich“

In Erfurt müssen mal wieder Bäume gefällt werden. Die Stadt verspricht aber Ersatz. Was hinter der Maßnahme steckt:

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© IMAGO / Daniel Scharinger

Das ist Thüringens Landeshauptstadt Erfurt

Erfurt ist die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen. Sie ist mit 214.000 Einwohnern die größte Stadt des Bundeslandes. Erfurt wurde im Zusammenhang mit der Errichtung des Bistums im Jahr 742 erstmals urkundlich erwähnt.

Es sind bittere Zeiten für die Bäume in der Thüringer Hauptstadt. Viele von ihnen haben die Trockenheit der letzten Sommer nicht überstanden. Die Stadt Erfurt musste mehrere Hundert über den Winter fällen – die Umsturzgefahr war einfach zu groß.

Jetzt möchte man sagen: Vier mehr oder weniger machen die Gans jetzt auch nicht fett. Und dennoch wird diese neueste Entscheidung der Stadt wohl vielen Erfurter in der Seele wehtun. In Daberstedt müssen jetzt wieder Bäume gefällt werden. Es soll allerdings Ersatz kommen.

Erfurt: Wieder Baumfällungen in der Stadt

Betroffen sind vier Bestandsbäume in der Wilhelm-Busch-Straße. Im Zuge der dortigen Baustelle sollen sie jetzt am Montag (11. September) gefällt werden, wie die Stadt mitteilt. „Ich war Donnerstag vor Ort, um mir gemeinsam mit den Mitarbeitern der beteiligten Ämter, unserer Baufirma und dem Baumgutachter unserer Planungsbüros die Situation anzuschauen und weitere Schritte abzuwägen“, sagte Erfurts Baubeigeordneter Andreas Bärwolff am Freitag (8. September). Demnach hätten sich das Umwelt- und Naturschutzamt, das Garten- und Friedhofsamt sowie das Tiefbau- und Verkehrsamt „schweren Herzens“ zu der Maßnahme entschlossen.

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Das Hauptproblem liegt laut der Stadt an der engen Bebauung des Straßenzugs. Die Wurzeln der Bäume würden unmittelbar unter dem Gehwegpflaster liegen. So sei keine Option gefunden worden, die Bäume zu erhalten.

Stadt will neue Bäume pflanzen

Im Spiel war unter anderem die Möglichkeit, die obere Kante des Gehwegs etwas anzuheben, damit die Wurzeln etwas mehr Platz haben. Das ging aber nicht, weil dann das Regenwasser nicht mehr richtig ablaufen und dann bei Anliegern in die Einfahrt fließen würde.

Auch die Idee, den Gehweg einfach so zu lassen und stattdessen den Pflasterstein obendrauf zu erneuern, stand im Raum. Dagegen spricht, dass die Verantwortlichen erwarten, dass manche Wurzeln in den nächsten Jahren dicker werden und die Steine dann wieder herausdrücken würden.


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Dritte Option: Die Wurzeln hätten tiefergelegt werden können. Aber die Stadt befürchtete, dass die Bäume so ihre Standsicherheit verlieren und eventuell zum Sicherheitsrisiko werden.

Für Bärwolff ist die Fällung also „leider unumgänglich“. Mindestens sechs neue Bäume sollen aber, wenn die Baustelle fertig ist, nachgepflanzt werden.