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Studentenwerk will Wohnheime sanieren und neu bauen

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Die Baukosten für die Sanierung des Wohnheimes in Jena betrugen 3,1 Millionen Euro. Das Land beteiligte sich mit einer Förderung von 1,3 Millionen Euro. In dem Gebäude gibt es 98 studentische Mieter. Foto: Martin Schutt/dpa

Wenn alljährlich im Herbst Tausende neue Studenten an Thüringens Hochschulen strömen, ist der Run auf Zimmer und Wohnungen groß. Vor allem in Städten mit angespanntem Wohnungsmarkt wie Erfurt und Jena haben sie es zunehmend schwerer, preiswerte Unterkünfte zu finden.

Die Suche nach bezahlbarem Wohnraum wird für Studenten in einigen Thüringer Hochschulstädten immer schwieriger. Deswegen will das Studentenwerk in den kommenden Jahren neben der Sanierung von Wohnheimen auch in neue Objekte investieren. So wird in Jena ein Neubau für 150 junge Männer und Frauen in der Nähe des Saalbahnhofs vorbereitet; in Erfurt soll eine ehemalige Zahnklinik saniert und zu Wohnungen für 250 Studenten umgebaut werden.

„Wir haben in Erfurt einen Versorgungsgrad mit Wohnheimplätzen von unter zehn Prozent“, sagte Geschäftsführer Ralf Schmidt-Röh. Das sei zu wenig, zumal auch in der Landeshauptstadt der Wohnungsmarkt knapper werde. In Jena haben seit Jahren vor allem zu Beginn des Wintersemesters viele Studienanfänger arge Probleme, ein Zimmer zu finden. Und vor allem ausländische Studenten hätten es auf dem privaten Wohnungsmarkt oft schwer, erklärte Schmidt-Röh. Dabei wachse ihre Zahl angesichts der zunehmenden Internationalisierung der Thüringer Hochschulen.

Für Investitionen in Wohnheime stellt der Freistaat dem Studentenwerk in den nächsten Jahren rund 15 Millionen Euro zur Verfügung. Damit könnten Investitionen von rund 35 Millionen Euro getätigt werden, so Schmidt-Röh. Die Landesförderung sei wichtig, um letztlich die Zimmer und Appartements zu Bafög-gerechten Preisen vermieten zu können. Insgesamt verfügt das Studentenwerk Thüringen im Land über rund 7500 Plätze in 67 Wohnheimen. „Im Bundesvergleich stehen wir damit ganz gut da.“ Allerdings gebe es im Bestand noch rund 1300 Zimmer in Häusern, die noch nicht grundhaft saniert seien. Dort seien dringend Erneuerungen etwa von elektrischen Leitungen und Wärmedämmung nötig.

In den vergangenen Monaten für rund 3,1 Millionen Euro auf Vordermann gebracht wurde ein Wohnheim in Jena-Lobeda, das am Dienstagnachmittag offiziell wiedereröffnet werden sollte. „Damit entsprechen wir erneut dem wachsenden Bedarf an preiswertem Wohnraum für Studierende.“ Der Plattenbau bietet 98 Studenten in Dreier-WGs und Einzelappartements Platz. Laut Schmidt-Röh gibt es in direkter Nachbarschaft vier weitere solcher Häuser aus DDR-Zeiten, die noch saniert werden müssen.

Derzeit liefen weitere Sanierungsarbeiten an Objekten in Ilmenau, Weimar und Erfurt, die möglichst zum Beginn des Wintersemesters, spätestens aber zum Jahresende abgeschlossen sein sollen. Ein großes weiteres Sanierungsvorhaben, das auch europaweit ausgeschrieben worden sei, sei das Wohnheim am Jakobsplan in Weimar. Die Arbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen.