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Schwerer Unfall in Jena: Kurioser Blaulichteinsatz führt zum Tatverdächtigen

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Foto: Polizei Jena
Was wir bereits wissen

Am Mittwochnachmittag kam es in der Jenaer Innenstadt zu einem schweren Verkehrsunfall bei dem eine Frau schwer verletzt wurde.

Der Unfallverursacher flüchtete anschließend. Ein 32-Jähriger gilt mittlerweile als Tatverdächtiger.

Die Suche nach dem Täter führte am Mittwochabend zu einem kombinierten Feuerwehr- und Polizeieinsatz in Lobeda.

Am Mittwochnachmittag kam es auf der B7 am Lutherplatz in Jena gegen 16.15 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall, bei dem eine Frau schwer verletzt wurde. Der mutmaßliche Unfallverursacher flüchtete. Eine Fahndungsmaßnahme in Lobeda führte die Polizei zu einem 32-Jährigen, der vermutlich unter Drogeneinfluss den Unfall verursacht haben soll.

Laut Polizeiauskunft kam am Nachmittag ein Autofahrer mit überhöhter Geschwindigkeit aus Richtung Fürstengraben gefahren und verlor auf Höhe des Inselplatzes die Kontrolle über seinen Ford Focus. Dieser schleuderte über die Mittelinsel auf die Gegenfahrbahn und krachte in den VW Passat einer 46-Jährigen. Der Unfallverursacher flüchtete anschließend. Ein Zeuge verfolgte ihn noch mit dem Fahrrad, verlor ihn dann aber aus den Augen. Ein Fährtenhund war auf diese Spur angesetzt worden, die sich allerdings am Steinweg verlor.

Die Frau wurde beim Zusammenstoß schwer verletzt und musste ins Krankenhaus zur Behandlung gebracht werden. Eine Lebensgefahr habe jedoch laut Polizeiauskunft gegenüber Thüringen24 nicht bestanden. An beiden Fahrzeugen entstand wirtschaftlicher Totalschaden, insgesamt etwa 18.000 Euro.

Die Straße am Lutherplatz musste für die Aufräumarbeiten voll gesperrt werden. Es kam zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Die Straße wurde nach stundenlangen Aufräumarbeiten wieder freigegeben.

Polizei setzt bei Fahndungsmaßnahme Drehleiter der Berufsfeuerwehr ein

Was die Identität des Flüchtigen angeht, ergab sich im Laufe des frühen Abends der Verdacht, dass sich dieser in einer Wohnung in Lobeda aufhalten könnte. In der besagten Wohnung in Lobeda öffnete auf Klingeln und Klopfen zuerst niemand.

Mit einer Feuerwehrleiter wollten die Beamten daraufhin von der Rückseite der Wohnung nachschauen, ob sich jemand darin befindet, um mit diesem Fakt einen richterlichen Durchsuchungsbeschluss zu erwirken. Dazu kam es jedoch nicht, denn plötzlich wurde die Tür geöffnet. Durch Befragung der Anwesenden erhärtete sich der Verdacht auf einen 32-Jährigen, auf den auch die Personenbeschreibung der Unfallzeugen passte.

Er wurde in seiner Wohnung angetroffen. Ein Atemalkoholtest ergab bei ihm 1,1 Promille. Außerdem stand er unter Drogeneinfluss. Im Klinikum erfolgte eine Blutentnahme. Einen Führerschein besitzt er nicht. Am Fahrzeug, das er ohne Wissen der Besitzerin und damit unbefugt benutzt und zu Schrott gefahren hatte, erfolgte heute eine Spurensicherung, um nachzuweisen, dass er am Steuer saß. Gegen ihn wird ermittelt wegen Unfallflucht und fahrlässiger Körperverletzung.