Samtpfoten rund um Jena auf der Spur

Drei Wildkatzenwelpen
Drei Wildkatzenwelpen
Foto: Karl-Heinz Kuhn
Der Nabu startet ein neues Wildkatzenprojekt im Mittleren Saaletal mit Schwerpunkt auf dem Saale-Holzland-Kreis und Jena.

Selten bekommt man Wildkatzen zu sehen, denn sie sind sehr scheu. „Häufig kann ihre Anwesenheit in einer Region nur durch das Finden von toten Tieren – häufig sind es Verkehrsopfer – belegen“, sagt Silvester Tamás. Er koordiniert ein neues Wildkatzennachweisprojekt des Naturschutzbundes (Nabu) im mittleren Saaletal, dessen Schwerpunkt auf dem Naturraum Saale-Holzland-Jena liegt.

Unter dem Motto „Nur was bekannt ist, kann man auch schützen“ möchte der Nabu in enger Zusammenarbeit mit den Umweltbehörden, Forstämtern, Waldbesitzern und Jägern die Vorkommen von Wildkatzen in der Region Saale-Holzland-Jena dokumentieren und vor allem Landnutzer aber auch interessierte Bürger für die Belange der Samtpfoten sensibilisieren. „Immer wieder kommt es vor, dass beispielsweise bei forstwirtschaftlichen Arbeiten zu wenig Rücksicht auf gefährdete und streng geschützte Arten genommen wird. Wir müssen wissen, wo die Tiere leben, dann können wir die zuständigen Forstämter informieren und hinreichend für die artenschutzrechtliche Problematik sensibilisieren“, so Tamás. Vor allem in der Zeit der Jungenaufzucht gelte es, die sehr scheuen Tiere nicht zu stören oder zu vergrämen.

Wildkatzenbestand rund um Jena bestätigt

Historische Quellen liefern über das Vorkommen der Wildkatze im Projektgebiet nur wenige Hinweise. Einzelne Beobachtungen reichen bis ins 19. Jahrhundert. „Dennoch konnten wir 2014 und 2015 einen kleineren Wildkatzenbestand und erstmalig auch deren Reproduktion in den Waldgebieten um Jena sicher belegen. Das sind jedoch insgesamt noch zu wenige Daten, um konkrete Aussagen über Wildkatzenvorkommen in der Region machen zu können“, erklärt der Experte.

Im Rahmen des neuen Projektes werden ab Herbst 2016 insgesamt mehr als 40 der sogenannten Wildkatzen-Lockstöcke auf einer Untersuchungsfläche mit mehr als 300 Quadratkilometern aufgestellt, präpariert und regelmäßig kontrolliert. „Fleißige Helfer werden uns bei dieser Arbeit unterstützen. Wir werden dabei sicher Fellhaare verschiedener Wildtiere, aber auch von Haus- und Wildkatzen von den Lockstöcken absammeln“, erklärt Silvester Tamás. Mittels aufwendiger DNA-Analysen soll es dann schließlich gelingen, die Anzahl der einzelnen Wildkatzen-Exemplare im Untersuchungsgebiet zu bestimmen.

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Foto: dpa
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