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Nach Besetzung: Was passiert mit der Carl-Zeiss-Straße 10 in Jena?

Besetztes Haus in der Carl-Zeiss-Straße 10 in Jena
Nicht nur das besetzte Haus sondern auch die Nachbargebäude sollen saniert werden. Foto: Roswitha Putz

Ist das am Montag besetzte Haus im Zentrum der Saalestadt dem Verfall preisgegeben? Die Ernst-Abbe-Stiftung hat Thüringen 24 ihre Pläne für das leerstehende Gebäude erläutert. Diese gehen über die Grundstücksgrenzen hinaus.

Warum steht ein Gebäude in bester Innenstadtlage in Jena leer, obwohl die Immobilienpreise in der Saalestadt hoch sind und der Wohnungsmarkt entspannter sein könnte? Diese Frage hat die Besetzung des Hauses in der Carl-Zeiss-Straße 10 am Montag unweigerlich aufgeworfen. Davon, dass das Objekt dem Verfall preisgegeben wird, könne keine Rede sein, betont die Ernst-Abbe-Stiftung als Eigentümerin am Dienstag gegenüber Thüringen24. Ganz im Gegenteil.

Das Gebäude soll saniert werden, aber nicht alleine“, sagt Rolf-Ferdinand Schmalbrock, Geschäftsführer der Stiftung. Die Häuser 6 bis 10 in der Carl-Zeiss-Straße gehören ebenfalls der Stiftung und seit einigen Monaten auch die Nummer 11. Sie alle sollen gemeinsam denkmalschutzgerecht Instandgesetzt werden. „In den Gebäuden wurde früher vorne gewohnt und hinten gab es kleinere Betriebe und Hinterhöfe“, erzählt Schmalbrock. „Das wollen wir wieder aufleben lassen.“

Wohnungen, kleine Betriebe und Hinterhöfe

Das sei auch im Sinne des Denkmalschutzes, deren Fokus vor allem auf der historischen Nutzung und Konstruktion der Häuser liege. „Ob im Inneren eine Wand versetzt werden darf oder ähnliches, darüber kann man dann noch reden“, ist sich der Geschäftsführer sicher. Wichtig sei, dass nicht nur Wohnungen entstehen, sondern auch Platz für kleine Werkstätten, zum Beispiel für Goldschmiede. Denkbar sei aber auch, dass Gastronomie-Betriebe dort einziehen und die Hinterhöfe mitnutzen.

Bachstraßen-Viertel steht zur Diskussion

Bis Ende des Jahres will die Stiftung einen internen Plan fertig ausarbeiten. Dabei werde auch über die Grundstückgrenzen hinaus gedacht. Schließlich stehe das gesamte Bachstraßen-Viertel zur Diskussion. Deshalb gebe es seit Längerem Gespräche mit dem Land und dem Universitätsklinikum Jena, denen die meisten anderen Häuser im Viertel gehören.

Aufgrund der nötigen Absprachen mit den zuständigen Behörden und Nachbarn rechnet Schmalbrock nicht mit einem Baubeginn im nächsten Jahr. „Frühestens 2018 ist als Start für die Sanierungsarbeiten denkbar“, sagt er. Aber dann soll der Straßenzug in alten Glanz versetzt werden.