Merkel kommt nach Jena - Rechte Gruppen wollen demonstrieren

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt nach Jena.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kommt nach Jena.
Foto: dpa

Die Politikprominenz gibt sich in Jena derzeit die Klinke in die Hand. Erst Bundespräsident Joachim Gauck, jetzt Angela Merkel. Die Bundeskanzlerin und CDU-Vorsitzende kommt am Freitag, 2. Dezember, um 18 Uhr nach Jena ins Volkshaus. Anlass für ihren Besuch in der Saalestadt ist eine CDU-Regionalkonferenz. Sie dient als Vorbereitung für den Bundesparteitag in Essen, der von Montag bis Mittwoch, 5. bis 7. Dezember, stattfinden wird.

Die Regionalkonferenzen gelten für die Christdemokraten als ein wichtiger Stimmungstest vor dem Bundesparteitag. Neben der Kanzlerin werden auch Thüringens CDU-Chef Mike Mohring sowie viele weitere CDU-Mitglieder an der Konferenz teilnehmen.

Thügida kündigt Demo in Jena an

Gegen Merkel will die rechtsradikale Thügida-Vereinigung demonstrieren. Auf Facebook kündigt die Gruppierung an, am Freitag von 17 bis 20 Uhr auf dem Carl-Zeiss-Platz, also direkt vor dem Volkshaus und hinter der Goethe-Galerie, zu demonstrieren. Zuletzt demonstrierten die Rechten am Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November. Weitere Termine der Gruppierung in Jena waren der Todestag am 17. August von Rudolf Hess und Hitlers Geburtstag am 20. April. Jedes Mal protestierten weit mehr Bürger gegen die Aufmärsche, als Thügida-Anhänger nach Jena kamen.

Mehr als eine Demo erwartet

Auch die AfD soll eine Demonstration auf dem Carl-Zeiss-Platz für Freitag angemeldet haben. Die soll laut einer Mitteilung der Kontakt- und Koordinierungsstelle (KoKont) unter dem Motto "Protest gegen die Politik der Bundesregierung unter Kanzlerin Merkel" stattfinden. So wie die Thügida, gehe auch die AfD bei ihrer Kundgebung von etwa 30 Teilnehmern aus. Die Stadt Jena will diese Angaben aktuell noch nicht bestätigen. Ein Sprecher sagte am Donnerstagvormittag gegenüber Thüringen24 nur, dass Anmeldungen für Demonstrationen eingegangen sind, diese aber gerade noch vom Fachdienst Recht geprüft werden.

Auch über Gegendemonstrationen am 2. Dezember gibt es bisher noch keine offiziellen Informationen.

Fotos von der Thügida-Demo am 9. November:

Quent: Thügida an Spitze völkischer Bewegung

"Während Kanzlerin Merkel den Dialog in Jena sucht, setzt sich die neonazistische Thügida an die Spitze einer breiteren völkischen Bewegung, deren Slogan 'Merkel muss weg' ist und die das Prinzip der repräsentativen Demokratie nicht verstanden haben oder nicht akzeptieren wollen", sagt der Direktor des Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft, Matthias Quent, gegenüber Thüringen24 über die Ankündigung von Thügida, beim Merkel-Besuch zu demonstrieren. "Bei ähnlichen Kundgebungen unter anderem in Berlin verwischten in den letzten Monaten die ohnehin unscharfen Grenzen zwischen populistischer und extremer Rechten", sagt der Soziologe weiter.

Hunderte CDU-Mitglieder kommen nach Jena

Zu der Veranstaltung im Volkshaus werden etwa 600 bis 700 CDU-Mitglieder aus Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg erwartet. Öffentliche Termine wird die Kanzlerin nicht wahrnehmen. Wegen Merkels Besuch schließt die Ernst-Abbe-Bücherei im Volkshaus am Freitag bereits um 16 Uhr.

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