Silvesternacht in Jena: "Nordafrikaner" versammeln sich - Was wirklich los war

Foto: Anna Jank
  • Plötzlich trafen sich rund 250 junge Männer, vermutlich Asylbewerber, in der Johannisstraße in Jena.
  • Die Polizei war mit einem größeren Aufgebot vor Ort, spricht von "Nordafrikanern".
  • Thüringen24 erfuhr von einem syrischen Türsteher, woher die jungen Männer wirklich kamen und was sie machen wollten.

Kurz vor Mitternacht bekam die Polizei an Silvester den Anruf, dass sich im Stadtzentrum von Jena mehrere Ausländer, vermutlich Nordafrikaner, treffen. Mit verstärktem Aufgebot rückten die Beamten an und gingen vor Ort auf Streife. An der Treppe vom Eichplatz und der Johannisstraße hatten sich relativ plötzlich rund 250 junge Männer zusammengefunden. Bei manchem Jenaer kamen da offenbar die Bilder von Köln in den Kopf, wo Hunderte Asylbewerber, vor allem aus Nordafrika, Frauen beklauten, teilweise sexuell belästigten oder sogar vergewaltigen. Zuerst berichteten die Jenaer Nachrichten: "250 Ausländer lösen Polizeieinsatz aus".

"Durch die viele Polizei ist zum Glück nichts passiert"

"In meinen Augen war das ein gezieltes Treffen", sagt ein Wirt aus Johannisstraße gegenüber Thüringen24. Um 23.37 Uhr habe er die Polizei gerufen, weil weibliche Gäste sich belästigt fühlten. Neben Handküssen gab es Sprüche, erzählt der Gastronom. Ansonsten verhielten sich die jungen Männer aber friedlich. Dennoch mussten der Wirt und ein syrischer Türsteher weibliche Gäste aus der Tiefgarage in ihre Bar bringen, da diese Angst hatten, alleine zu gehen. Andere Frauen haben sich um Mitternacht nicht nach draußen getraut, berichtet der Wirt.

"Durch die viele Polizei ist zum Glück nichts passiert", sagt der Wirt und dankt den eingesetzten Polizisten. Die Beamten wären teilweise in Zehnergruppen durch die Johannisstraße gegangen, um so Präsenz zu zeigen. Bereits kurz nach Mitternacht waren die jungen Männer wieder genauso schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht waren.

Türsteher: Männer kamen aus verschiedenen Ländern, wollten feiern

Der syrische Türsteher aus der Johannisstraße und Angestellter bei einer Security-Firma meint gegenüber Thüringen24, dass die jungen Männer gar nicht vorwiegend aus Nordafrika kamen, sondern aus ganz vielen verschieden Ländern. Die meisten von ihnen, so seine Einschätzung, wohnen derzeit in Jena. "Ich denke, dass die keinen Ärger machen wollten und einfach nur feiern wollten", meint der selbst als Flüchtling nach Jena gekommene Syrer.

Polizei: "Alles blieb friedlich"

"Die Anrufer sorgten sich, dass es zu Auseinandersetzungen kommen könnte", sagt eine Pressesprecherin von der Jenaer Polizei. Woher die Männer kamen, kann sie sich nicht erklären. Von ihren Kollegen, die in der Silvesternacht im Dienst waren, bekam sie die Information, dass es hauptsächlich junge Männer, "dem Äußeren nach nordafrikanischer Herkunft" waren. "Teilkräfte des Einsatzzuges Jena kamen daraufhin zum Einsatz. Sie nahmen Kontakt mit den ansässigen Gastwirten auf und bestreiften das Gelände offensiv und präventiv." Abgesehen von einer Rangelei zwischen zwei Männern sei es zu keinen Zwischenfällen gekommen. "Alles blieb friedlich", so das positive Fazit der Polizeisprecherin zum Einsatz in Johannisstraße.

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