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So geht es dem Thüringer Porzellan-Hersteller Kahla

Kahla Porzellan
Foto: Martin Schutt/dpa
  • Thüringer Porzellan-Hersteller Kahla hat volle Auftragsbücher
  • Zweistelliges Wachstum für 2017 erwartet
  • Produktion im Werk läuft „unter absoluter Vollauslastung“

Der Thüringer Porzellan-Hersteller Kahla ist mit vollen Auftragsbüchern ins neue Jahr gestartet. „Wir rechnen 2017 mit einem zweistelligen Wachstum“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter Holger Raithel der Deutschen Presse-Agentur. Derzeit werde in dem Werk, das jüngst einer der wichtigen Schauplätze des Weimar-„Tatorts“ war, „unter absoluter Vollauslastung“ gearbeitet. Zudem solle dieses Jahr eine siebenstellige Summe in eine neue Produktionsstraße für Produkte wie Auflaufformen und Schüsseln investiert werden.

Rund 22,5 Millionen Euro Erlöse 2016

Nach vorläufigen Zahlen betrugen die Erlöse 2016 etwa 22,5 Millionen Euro und lagen damit etwa auf Vorjahresniveau. Damit steht das traditionsreiche Unternehmen vergleichsweise gut da. Nach Angaben des Verbandes der Keramischen Industrie hat die Branche 2016 insgesamt ein Minus von etwa einem Prozent hinnehmen müssen. Das habe vor allem an Rückgängen im Geschäft für Privatkunden gelegen, während bei Porzellan für Hotels- und Gaststätten Zuwächse verbucht wurden.

Zweistellige Steigerungen im Online-Geschäft

Diesen Bereich will Kahla ausbauen. Zweistellige Steigerungen seien auch im Online-Geschäft zu verzeichnen, berichtete Raithel. Zudem setzt das Familienunternehmen mit rund 300 Beschäftigten auf Wachstum im Ausland, etwa in Nahost und den USA. Derzeit ist es nach eigenen Angaben in mehr als 60 Ländern aktiv, in einigen davon sei Kahla aber noch ein Geheimtipp. Die Exportquote liegt bei etwa 40 Prozent. Raithel: „Ziel bleibt, dies auf 50 Prozent zu steigern.“

Billig-Porzellan aus China

Der Branchenverband sieht angesichts der internationalen politischen Lage noch viele Fragezeichen mit Blick auf die Geschäftsentwicklung in diesem Jahr. „Die Auftragseingänge im Dezember und Januar waren gut“, erklärte Hauptgeschäftsführer Christoph René Holler. Gerade im Geschäft mit Privatkunden mache aber weiter Billig-Porzellan aus China den deutschen Herstellern zu schaffen. Und angesichts der hohen Energie- und Lohnkosten in Deutschland hätten die hiesigen Hersteller wenig Spielraum beim Preis.

Reaktion auf Dumpingpreise der Chinesen

Die Strafzölle der Europäischen Union (EU) als Reaktion auf Dumpingpreise der Chinesen seien zwar ein wichtiges politisches Signal gewesen, sagte Holler. Sie hätten aber nicht zu wesentlichen Umsatzsteigerungen geführt. Im Export gebe es Unsicherheiten, etwa wegen der Abschottungspolitik der USA und des angestrebten Austritts Großbritanniens aus der EU. Die Branche – Manufakturen inklusive – bietet knapp 6000 Menschen Arbeit.

Schwarze Zahlen im vergangenen Jahr

Kahla-Porzellan hat im vergangenen Jahr Raithel zufolge schwarze Zahlen geschrieben. Konkretere Angaben macht das Familienunternehmen zum Gewinn gewöhnlich nicht. Weiteren Schub erhofft sich Raithel von der Konsumgütermesse Ambiente, die am Freitag in Frankfurt am Main beginnt. Dort will das Unternehmen neue Produkte mit Wildblumen-Dekor vorstellen, aber auch seine Serie „cup it“. Darin wird das Prinzip des Kaffeebechers für unterwegs auf weitere Gefäße ausgeweitet, um Einwegverpackungen oder Plastikdosen zu ersetzen. Außerdem setzen die Thüringer weiter auf rutschfestes Porzellan, das sich den Angaben nach selbst bei Windstärke 8 auf hoher See bewährt.

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