Durchbruch bei Verhandlungen zum Erhalt der Südkurve

FCC-Fans demonstrieren zur Stadtratssitzung am 24. August 2016 vor dem Rathaus in Jena für den Erhalt der Südkurve.
FCC-Fans demonstrieren zur Stadtratssitzung am 24. August 2016 vor dem Rathaus in Jena für den Erhalt der Südkurve.
Foto: Martin Kappel
  • Stadt Jena, Polizei und Fans einigen sich im Mediationsverfahren
  • Südkurve soll erhalten bleiben, wenn FCC-Anhänger Selbstverpflichtung unterschreiben
  • Nur bei Zuwiderhandlungen soll der endgültige Umzug in die Nordkurve erfolgen

Beim Mediationstermin zum Thema Südkurve im Jenaer Stadion am Donnerstag wurde laut Mitteilung der Stadt Jena "ein wichtiges Zwischenergebnis" erzielt: Um die Südkurve auch im neuen Stadion für die Heimfans zu erhalten, seien diese bereit, eine umfangreiche Selbstverpflichtungen einzugehen.

Die Sicherheitslage soll unter anderem durch folgende Selbstverpflichtungen erzielt werden:

  • eigene Ordnerkonzepte,
  • eine Schließung des Fanhauses zugunsten eines alternativen Ortes an Spieltagen
  • und eine angepasste Fanroute bei Risikospielen

Soli-Euro mit Eintritt für die Baukosten

Weiterhin war ein "Soli-Euro" als Bestandteile der Eintrittspreise im Gespräch. Die Einnahmen sollen zusammen mit den Geldern aus dem crowdFANding-Projekt zur Mitfinanzierung baulicher Mehraufwendung eingesetzt werden. Polizei und Stadt Jena als zuständige Ordnungsbehörden seien bereit, den Fans den notwendigen Vertrauensvorschuss einzuräumen.

Schriftliche Vereinbarung zwischen allen Parteien

Gegenseitiges Vertrauen und Einhaltung klarer Regeln im Rahmen der Selbstverpflichtung seien die Grundlagen des Konzeptes. Dieses soll laut Angaben der Stadt in den nächsten Wochen unterzeichnet werden.

Fans tragen Verantwortung für Verbleib in Südkurve

Werden die Bedingungen nicht eingehalten, soll das bisherige Konzept der Fantrennung verfolgt werden, das von der Polizeiinspektion Jena ausgearbeitet wurde. Konsequenz wäre der endgültige Umzug der FCC-Fans in die Nordkurve.

Stadt prüft bauliche Änderungen am Konzept

Durch die Stadt werde momentan geprüft, welche baulichen Änderungen erforderlich sind, um alle Optionen der Vereinbarung auf Dauer sichern zu können. Die Fans seien im Gegenzug bereit gewesen, eventuell nötige Abstriche zum Beispiel bei der Zahl der Stehplätze zu akzeptieren.

Fan-Unterschriften sollen Kooperation besiegeln

In einigen Wochen ist ein weiterer Mediationstermin geplant, bei dem Fans mit ihrer Unterschrift die ausgehandelte Selbstverpflichtung in Kraft treten lassen. Laut Mitteilung der Stadt gingen damit alle Seiten einen großen Schritt aufeinander zu. Der Vorgang "soll über die Jahre eine gute Zusammenarbeit festigen."

OB Schröter zufrieden mit Zwischenergebnis

Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) zeigte sich zufrieden über das Zwischenergebnis des Mediationsverfahrens: „Ich danke allen Beteiligten, die aufeinander zugegangen sind.“ Fans, Polizei, Feuerwehr, Innenministerium und Stadt hätten unter Leitung des Mediators Helmut Spahn eine gemeinsame Perspektive erarbeitet. „Das Ergebnis ist ein starker Rückhalt für das Vorhaben Stadionneubau“, so Schröter weiter.

Erst am Mittwoch hatte der Oberbürgermeister die Mannschaft des FC Carl Zeiss Jena empfangen und über den Planungsstand zum Stadionneubau informiert. „Der Verein hat eine beeindruckende Hinrunde gespielt. Für die bevorstehenden Aufgaben war mir wichtig zu verdeutlichen, dass wir hinter der Mannschaft und dem Verein stehen“.

Mehr zum FC Carl Zeiss Jena findet ihr unter dem Hashtag #FCC.

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Foto: Polizei Jena

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