Veröffentlicht inJena

Hirschkäfer gesucht: Wer hat einen gesehen?

Hirschkäfer
Foto: Patrick Pleul/dpa
  • Nabu und TLUG rufen zur Hirschkäfersuche auf
  • Käferart ist selten und steht unter Schutz
  • So einfach kann man einen Beitrag zum Artenschutz leisten

Durch die sommerlichen Temperaturen kommen sie jetzt so richtig in Gang: die Hirschkäfer. Wer ein Exemplar des seltenen Tieres sieht, soll sich melden. Dazu rufen jetzt der Naturschutzbund Thüringen (Nabu) und die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG) auf. Denn um den Hirschkäfer weiter zu schützen, müssen die Naturschützer natürlich wissen, wo er überhaupt noch vorkommt.

Was bringt die Hirschkäfersuche

„Wir führen die Aktion schon seit 2012 durch. Dabei wurden bekannte Hirschkäfergebiete bestätigt, aber auch schon neue wurden gemeldet“, sagt Andreas Lux von der TLUG. „In diesem Jahr gingen die ersten Sichtungen beziehungsweise Nachweise bereits Anfang Juni aus der Umgebung von Bad Frankenhausen und Römhild bei uns ein.“

Wo sich Käfer wohlfühlen

Sehr wohl fühlen sich die Krabbler in alten Wäldern oder am Waldrand. Besonders alte Eichen lieben sie. Denn Männchen und Weibchen brauchen für die Reifung ihrer Keimzellen Baumsaft, der bestimmte Pilze enthält. Den finden sie an Wundstellen von Bäumen, die durch Frostrisse, Windbruch oder Blitzschlag verletzt worden ist. Der Saft aus solchen Baumwunden fließt häufig mehrere Jahre.

Beobachten und in Ruhe lassen

Am besten können Hirschkäfer in der Dämmerung zwischen Ende Mai und Anfang August beobachtet werden, erklären die Naturschützer. Insbesondere in den Hauptverbreitungsgebieten lassen sich die Hirschkäfer aber auch tagsüber blicken. „Wichtig ist dabei allerdings, dass die Tiere in Ruhe gelassen werden und man sich einfach an der Beobachtung freut“, so Andreas Lux.

Warum Fotos von Hirschkäfern wichtig sind

Wer ein Exemplar des seltenen Tierchens sieht und das melden möchte, sollte möglichst auch ein Foto von ihm mitschicken. „Bilder helfen uns, die Funde richtig einzuschätzen und Verwechslungen, insbesondere bei den Weibchen, vorzubeugen. So kommen in Thüringen auch weitere stattliche Käferarten vor, die gelegentlich mit dem Hirschkäfer verwechselt werden, zum Beispiel der Nashornkäfer, der Balkenschröter, der Eremit, der Sägebock oder auch der Lederlaufkäfer“, erklärt Andreas Lux.

Welche Informationen außerdem hilfreich sind

Angaben zu Ort und Datum der Beobachtung, dem Geschlecht sowie der Anzahl der Tiere sollten ebenfalls nicht fehlen. Darüber hinaus sind Angaben zu möglichen Beeinträchtigungen oder sonstige Beobachtungen zum Lebensraum sehr hilfreich, aber keine Bedingung für die Meldung. Im Zweifelsfall wird vonseiten der TLUG Unterstützung angeboten.

Mehr Infos zur Hirschkäfersuche

Den Hirschkäfermeldebogen, den Artensteckbrief und weitere Informationen gibt es auf der Website des Nabu Thüringen oder auf der Internetseite der TLUG.

Funde über App melden

Seit Mai 2016 besteht auch die Möglichkeit, direkt vor Ort Funde des Hirschkäfers zu melden. Möglich ist das mit der Umwelt-App. Über die kann man sich unter anderem auch über Schutzgebiete und Biotope der Umgebung informieren. Mehr Infos zur Umwelt-App gibt es auf der Internetseite der TULG.