Tierquälerei und Datenfälschung? Direktor von Jenaer Leibniz-Institut muss gehen

Lange wurde der Direktor des Jenaer Leibniz-Instituts Karl Lenhard Rudolph kritisiert, nun muss er seinen Posten räumen. Ihm waren unter anderem Tierschutzverstöße bei Versuchen vorgeworfen worden. (Archivbild)
Lange wurde der Direktor des Jenaer Leibniz-Instituts Karl Lenhard Rudolph kritisiert, nun muss er seinen Posten räumen. Ihm waren unter anderem Tierschutzverstöße bei Versuchen vorgeworfen worden. (Archivbild)
Foto: Jan-Peter Kasper/dpa
  • Druck auf Chef des Jenaer Leibniz-Institutes wird zu groß
  • Kuratorium entlässt Karl Lenhard Rudolph
  • Kritik an wissenschaftlichem Fehlverhalten und Tierschutzverstößen

Der wissenschaftliche Direktor des Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena, Karl Lenhard Rudolph, muss nach herber Kritik seinen Posten endgültig räumen. Das Kuratorium habe einstimmig beschlossen, die Position neu zu besetzen, teilte das Institut am Donnerstag mit.

Findungskommission soll Nachfolger finden

Zunächst soll schnellstmöglich eine kommissarische Leitung benannt werden. Parallel dazu werde eine Findungskommission für den neuen wissenschaftlichen Direktor eingesetzt, hieß es. Das Institut steht seit einiger Zeit wegen mutmaßlicher Verstöße gegen den Tierschutz massiv in der Kritik - dazu ermittelt die Staatsanwaltschaft Gera.

"Wissenschaftliches Fehlverhalten" kritisiert

Außerdem hatte das Präsidium der Leibniz-Gemeinschaft Rudolph Mitte Juni wegen „grob fahrlässigen wissenschaftlichen Fehlverhaltens“ gerügt. Ihm wurden falsche Darstellung von Daten, ungenügende Datendokumentation und Verletzung der Aufsichtspflicht attestiert. Der Stammzellforscher ist seit 2012 wissenschaftlicher Direktor des Instituts. Nach der Rüge hatte er erklärt, sein Amt vorerst ruhen zu lassen.

Rudolph will Vorwürfe aufklären

Rudolph kündigte nun in einer Mitteilung an, sich auf die Arbeit als Forschungsgruppenleiter konzentrieren und die Vorwürfe aufarbeiten zu wollen. Er werde seine „ganze Kraft darauf richten, die kritisierten Abläufe in meiner Arbeitsgruppe zu beheben und Fehler bei Publikationen zu korrigieren“.

Das Institut besteht seit 2004 und hat mehr als 330 Mitarbeiter. Sie erforschen molekulare Mechanismen des Alterns und altersbedingter Krankheiten.