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Warum Erfurt Deutschlands bester Verkehrsknoten werden könnte – und Jena knapp scheiterte

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Ein Reisender liest auf dem Hauptbahnhof am 17.11.2016 in Erfurt (Thüringen) die Abfahrtstafel. Erfurts Hauptbahnhof wird ab dem 18. November um 22.00 Uhr für 32 Stunden für den Verkehr gesperrt. In dieser Zeit sollen neue Gleise an das Elektronische Stellwerk angeschlossen werden, teilte die Deutsche Bahn mit. Voraussichtlich am 20. November um 6.00 Uhr sollen wieder Züge rollen. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa
  • Jena scheitert nur knapp beim Wettbewerb „Mobilitätsknoten des Jahres“
  • Erfurt ausgezeichnet als „Stadt mit Potenzial“
  • Zella-Mehlis gewinnt in der Kategorie der kleinen Städte

Für viele besteht zwischen den beiden Thüringer Großstädten Erfurt und Jena eine gewisse Konkurrenz, nicht nur in fußballerischen Dingen. Auch in der Frage, wer in Thüringen oder gar in Deutschland der bessere Verkehrknoten ist, liefern sich die Städte ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Im Wettbewerb „Mobilitätsknoten des Jahres“ erreichten beide Städte eine Topplatzierung.

Erfurt hat Potenzial – und scheitert an Barrierefreiheit

Erfurt hat eigentlich alles, was ein Verkehrsknoten braucht: Der bundesweit zentrale ICE-Knoten der Landeshauptstadt liegt innenstadtnah und bietet direkten Anschluss zu Regionalbahn und öffentlichem Nahverkehr. Wäre da nicht die fehlende Barrierefreiheit. Denn allein an ihr und der mangelhaften Fernbusinfrastruktur lag es, dass Erfurt nicht Mobilitätsknoten des Jahres wurde. Stattdessen würdigte der Wettbewerb die Landeshauptstadt als bundesweiten „Standort mit Potenzial“, denn Erfurt könne in der Zukunft zu den besten Verkehrsknoten Deutschlands gehören.

Jena schafft es unter Top-Five – und unterliegt knapp

Auch Jena gehört in Sachen Verkehr zu den Besten, wie der Wettbewerb des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) zeigte. Die Saalestadt ist von der Expertenjury als eine der vorbildlichsten Verkehrsdrehscheiben gewürdigt worden. In der mittleren Kategorie der Städte von 50.000 bis 500.000 Einwohner schaffte es Jena unter die finalen Top-Fünf und scheiterte nur knapp am Sieger Mannheim.

Zella-Mehlis ist „Mobilitätsknoten des Jahres“ der kleinen Städten

In der Kategorie der kleineren Städte gewann die Thüringer Stadt Zella-Mehlis (Landkreis Schmalkalden-Meiningen) den deutschlandweiten Titel. Die Stadt sei bundesweit vorbildlich, die Jury hob besonders die zentralen Lage und die Vernetzung von Carsharing, Fernbus, ÖPNV und Regionalverkehr hervor. Eine klare Strukturierung der Haltestellen, digitale Info-Tafeln und vorbildliche Barrierefreiheit zeichnen diesen Knotenpunkt aus, vom dem aus Reisende sowie Pendler komfortabel ihr Ziel erreichen können, so die Juroren. Auch Nordhausen schaffte es ins Finale dieser Kategorie.

Wer hat die beste Infrastruktur?

In dem Wettbewerb „Mobilitätsknoten des Jahres“ des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmen (BDO) waren bundesweit mehr als 150 Städte nominiert. Bewertet wurde die Qualität der Verkehrsinfrastruktur durch eine siebenköpfige Jury. Um im Wettbewerb zu punkten, müssen die Städte öffentlichen Nahverkehr sowie Fernbus- und Schienenverkehr in zentraler Lage anbieten und gut verzahnen. Auch die Ausstattung der Haltstellen, Barrierefreiheit und die Verfügbarkeit von Informationen für Kunden spielen eine Rolle.