Umstrittener Ball-Klau: Wie Jena noch einen Punkt gegen Meppen rettete

Mark Zimmermann, Trainer des FC Carl Zeiss Jena
Mark Zimmermann, Trainer des FC Carl Zeiss Jena
Foto: Imago / Christoph Worsch
  • FC Carl Zeiss Jena empfängt SV Meppen
  • FCC kämpft sich im Ernst-Abbe-Sportfeld zurück
  • Umstrittene Situation führt zum Anschlusstreffer

Mit einer kämpferischen Leistung hat der FC Carl Zeiss Jena am Samstag noch einen Punkt gerettet. In der 3. Liga holte das Team von Trainer Mark Zimmermann nach Rückstand noch ein 2:2 (0:2) gegen den SV Meppen. Vor 4229 Zuschauern im Ernst-Abbe-Sportfeld kam der FCC allerdings durch eine umstrittene Situation wieder in die Partie.

Erste Chance für Meppen - erstes Tor

Das Spiel begann für Jena durchaus vielversprechend. Die Mannschaft ließ den Ball locker laufen – allerdings wurde es dabei auch nicht richtig gefährlich. Gleichzeitig war von den Meppenern in der Anfangsphase nicht viel zu sehen. Doch dann klingelte es gleich bei der ersten Chance der Gäste: Nach flachem Pass in den FCC-Strafraum hielt Marius Kleinsorge abgeklärt den Fuß hin – 0:1 in der 19. Minute.

Meppen lässt Jena nicht durch

Danach steckten die Zeisser nicht auf und erarbeiteten sich Chancen. Mehrfach war die Abwehr der Gäste in höchster Not, doch Jena scheiterte immer wieder im Abschluss. Je länger das Spiel dauerte, umso schwieriger wurde es für die Zimmermann-Elf. Meppen wirkte zunehmend kompakter, die Viererkette hatte die Gastgeber-Offensive weitgehend im Griff. Und wenn doch einmal ein Durchbruch gelang, waren die Jenaer zu ungenau.

Carl Zeiss Jena gegen SV Meppen - Fotos vom Spiel:

Carl Zeiss Jena schon in der Kabine - 0:2

Und als die Blau-Gelb-Weißen möglicherweise in Gedanken schon in der Kabine waren, setzte der SV eins drauf. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs wurde es unruhig im Strafraum, die Jena-Abwehr bekam keinen Zugriff auf den Ball, den schließlich Jovan Vidovic in hohem Bogen ins Tor köpfte. Der FCC ging mit einer schwere Hypothek für die zweite Halbzeit in die Pause.

Jenas Trainer wechselt durch

Eine deutlich veränderte Mannschaft macht sich nach dem Wechsel daran, diese Hypothek abzulösen. Gleich drei Spieler wechselte Coach Zimmermann zum Wiederanpfiff aus.

Wütender Protest nach dem 1:2

Das Team rackerte weiter und durfte dank des Anschlusstreffers auch wieder Hoffnung schöpfen. Doch das Tor erntete vor allem bei den Gästen heftige Proteste. Jenas Julian Günther-Schmidt hatte nach eine Foul auf dem Boden gelegen, Gegenspieler Nico Granatowski zeigte an, den Ball ins Aus spielen zu wollen. Der Schiedsrichter ließ aber ganz normal weiterlaufen, woraufhin Sören Eismann das Spielgerät stibitzte und Meppen-Schlussmann Erik Domaschke keine Chance ließ (58. Minute). Für seinen wütenden Protest im Anschluss sah Gäste-Kapitän Martin Wagner die gelbe Karte.

Carl Zeiss ackert und wird belohnt

In der Folge zerfaserte die Partie, viele Unterbrechungen prägten die zweite Halbzeit. Doch der FCC arbeitete weiter. Die Spieler liefen viel, gingen engagiert in die Zweikämpfe, präsentierten sehenswerte Spielzüge. Schließlich wurden sie dafür auch belohnt: Nach einem Freistoß in der 82. Minute konnte die Meppen-Defensive die Situation nicht klären, schließlich zog Eismann ab und sicherte seinem Team, das die letzten zehn Minuten in Überzahl spielte, mit seinem Doppelpack den Punkt. Bis zum Abpfiff hatte Jena zwar noch weitere hochkarätige Chancen, zum Sieg hat es aber nicht mehr gereicht.

Trotz des Punkts steht Jena weiter auf dem letzten Tabellenplatz. Die nächste Chance, sich aus dem Liga-Keller herauszuarbeiten, bietet sich bereits am Mittwoch an. Anstoß bei den Würzburger Kickers ist um 19 Uhr.