Neues Stadion für Jena: Worauf sich Stadt und FCC geeinigt haben

Jena soll ein neues Stadion bekommen. Derzeit läuft der FC Carl Zeiss Jena im traditionsreichen Ernst-Abbe-Sportfeld auf. (Archivfoto)
Jena soll ein neues Stadion bekommen. Derzeit läuft der FC Carl Zeiss Jena im traditionsreichen Ernst-Abbe-Sportfeld auf. (Archivfoto)
Foto: Imago / Christoph Worsch
  • FC Carl Zeiss und Stadt Jena einigen sich auf Rahmenbedingungen für neues Stadion
  • Einigung auf FCC-Miete für verschiedene Ligen
  • Ausschreibung: Stadion-Betreiber können sich ab 2018 bewerben

Die Stadt Jena und ihr Fußball-Drittligist, der FC Carl Zeiss Jena, bereiten sich auf ihre gemeinsame Zukunft mit einem neuen Stadion vor. Dafür schlossen Verwaltung und Club am Montag eine Vereinbarung, die beiden Parteien Planungssicherheit geben soll. In dem sogenannten Eckpunktevertrag geht es um die Ausschreibung, über die ein Betreiber ins Boot geholt werden soll.

Wahrzeichen für Jena - aber kein Millionengrab

„Wir wollen Fehler vermeiden, die andere Städte mit ihren Stadien gemacht haben“, sagte Stadtsprecherin Roswitha Putz zur Intention des Papiers. Ein Millionengrab soll so von vornherein ausgeschlossen werden. „Wir haben uns für ein Konzept entschieden, dass wir wirtschaftlich vertreten können“, machte auch FCC-Präsident Klaus Berka bei der offiziellen Unterzeichnung am Montag deutlich. Gleichzeitig solle das Stadion ein neues Wahrzeichen der Saalestadt werden.

Carl Zeiss Jena mietet Stadion von Pächter

Worum geht es konkret? Das künftige Stadion wird der Stadt gehören, aber an einen privaten Betreiber verpachtet. Dafür können sich europaweit Interessenten bewerben. Wer den Zuschlag erhält, vermietet das Fußball-Rund wiederum an den FC Carl Zeiss Jena. Damit es später keine bösen Überraschungen gibt, haben sich der Verein und das Rathaus jetzt schon auf die wichtigsten Eckpunkte festgelegt – die in der Vergabe an den Betreiber berücksichtigt werden sollen. „Wir fühlen uns gut eingebunden“, lobte Berka den Entscheidungsprozess.

Welche Miete der FCC aufbringen muss

Dabei geht es unter anderem um die Miete, die der FCC später einmal aufbringen muss. Die sei nach Spielklasse gestaffelt, erklärt Sprecherin Putz. Laufen die Blau-Gelb-Weißen wie bisher in der 3. Liga auf, werden 500.000 Euro pro Jahr fällig. In der Regionalliga wären es 100.000 Euro, in der 2. Bundesliga dagegen 1,5 Millionen. „Über die erste Liga reden wir, wenn es soweit ist“, sagt Putz mit einem Augenzwinkern.

Langfristige Vereinbarung für neues Stadion angestrebt

Um Planungssicherheit zu haben, soll es auch eine Mindestmietdauer geben. Ohne schon eine konkrete Zahl nennen zu wollen, ist Stadt und Club aber an einer langfristigen Lösung gelegen. Von zehn oder mehr Jahren ist hinter den Kulissen die Rede. Weitere Details zu dem Eckpunktevertrag sind noch nicht öffentlich, unter anderem sollen darin aber auch Passagen zu lesen sein, die sich mit dem Spielbetrieb während der Bauzeit beschäftigen.

Wie es jetzt weitergeht

Der weitere Fahrplan: Im Oktober und November wird sich der Jenaer Stadtrat mit der Ausschreibung beschäftigen, die Anfang 2018 beginnen soll und – gesetzlich vorgeschrieben – europaweit gilt. Bis der Zuschlag an einen Betreiber geht, wird danach voraussichtlich etwa ein Jahr vergehen. Im Rathaus Jena rechnet man damit, dass das Genehmigungsverfahren weitere sechs Monate dauert; erst dann rollen die Bagger. Aktuell ist eine Bauzeit von anderthalb bis zwei Jahren geplant. Ziel ist somit, dass das neue Stadion Anfang 2021 fertig wird.