Erbschaft an Staat kommt Thüringen teuer zu stehen

Grundstücke, Fahrzeuge, Wertpapiere oder sogar ganze Unternehmen: Thüringen erbt immer häufiger. Doch das kann auch problematisch sein. (Symbolbild)
Grundstücke, Fahrzeuge, Wertpapiere oder sogar ganze Unternehmen: Thüringen erbt immer häufiger. Doch das kann auch problematisch sein. (Symbolbild)
Foto: Imago/Ralph Peters

Grundstücke, Fahrzeuge, Wertpapiere oder sogar ganze Unternehmen: Das Land Thüringen erbt immer häufiger. Doch das kann auch problematisch sein.

Genau 707 Mal wurde der Freistaat im vergangenen Jahr zum gesetzlichen Erbfolger von Verstorbenen. Im Jahr zuvor sei das 688 Mal der Fall gewesen, teilte das Finanzministerium mit. Noch vor 20 Jahren erbte das Land gerade einmal in 65 Fällen. Seither steige die Zahl ständig.

Erbe muss Gebäude sichern

Deshalb klingelten aber noch lange nicht die Landeskassen. Vielmehr handele es sich um eine problematische Entwicklung, sagte Finanzministerin Heike Taubert (SPD). „Das Erben kostet. Etwa da, wo baulich desolate Gebäude gesichert werden müssen.“

Rechnungen und Schulden mitgeerbt

Thüringen müsse etwa übertragene Grundstücke und Gebäude so in Schuss halten, dass sie keine Gefahr darstellten. Zudem erbe das Land auch ausstehende Rechnungen und Schulden mit. Insgesamt habe Thüringen im vergangenen Jahr rund 865.000 Euro im Zusammenhang mit Fiskalerbschaften zahlen müssen.

Das Land erbt in erster Linie dann, wenn es keinen gesetzlichen Nachlassempfänger gibt, die Verstorbenen kein Testament hinterlassen oder das Erbe ausgeschlagen wird.