Thüringen: Jeder 24. Arzt kommt aus Rumänien oder Syrien

Die Zahl der in Thüringer Kliniken, Arztpraxen und Gesundheitsämtern tätigen Ärzte ist auf einem Rekordhoch. (Symbolfoto)
Die Zahl der in Thüringer Kliniken, Arztpraxen und Gesundheitsämtern tätigen Ärzte ist auf einem Rekordhoch. (Symbolfoto)
Foto: Rolf Vennenbernd/dpa
  • In Thüringen sind immer mehr Ärzte tätig
  • Auch die Zahl ausländischer Mediziner nimmt weiter zu
  • Ein Viertel aller Weißkittel aus dem Ausland kommt aus Rumänien oder Syrien

Die Zahl der in Thüringer Kliniken, Arztpraxen und Gesundheitsämtern tätigen Ärzte ist auf einem Rekordhoch. Zum Jahresende 2017 hat sich die Zahl der berufstätigen Mediziner im Freistaat auf 9474 erhöht, wie die Landesärztekammer in Jena am Donnerstag mitteilte. Das sind knapp 180 mehr als zum Stichtag 2016 und fast 1500 mehr als vor zehn Jahren. Besonders deutlich sei der Anstieg der Ärztezahlen in den Krankenhäusern. Angesicht der steigenden Zahl ausländischer Mediziner fordert die Kammer strengere Kriterien bei der Anerkennung von deren Berufsabschlüssen.

Ärzte aus Nicht-EU-Ländern sollten deutsches Medizin-Staatsexamen absolvieren

Kammerpräsidentin Ellen Lundershausen plädierte dafür, dass Ärzte aus Nicht-EU-Ländern das deutsche Medizin-Staatsexamen absolvieren müssen. Sie begründete dies mit der Sicherung der Qualität ärztlicher Versorgung. Momentan werde in jedem einzelnen Fall geprüft, ob die jeweilige Ausbildung mit dem deutschen Staatsexamen vergleichbar sei. „Das reicht aus unserer Sicht nicht“, so Lundershausen. Das Ausbildungsniveau sei zu unterschiedlich.

Meiste Nicht-Deutsche-Ärzte kommen aus Rumänien

Die Zahl nichtdeutscher Mediziner liegt demnach bei 1657 (2016: 1471). Nach wie vor ist Rumänien das wichtigste Herkunftsland, aus dem südosteuropäischen Land stammen 216 in Thüringen tätige Ärzte. Deutlich zugenommen hat die Zahl syrischer Ärzte, die im Zuge der Flüchtlingszuwanderung nach Thüringen kamen - sie stieg auf 178 (2016: 122). Syrien liegt auf Platz 2 der Herkunftsländer vor Bulgarien (100 Ärzte).

Kammer: Manche Ärzte werden dringend in Heimatländern gebraucht

Die Kammer werbe allerdings nicht aktiv um ausländische Ärzte, die in Thüringen überwiegend in Krankenhäusern tätig seien, betonte die Präsidentin. In einigen ihrer Heimatländer würden sie dringend zur Patientenversorgung gebraucht.

Ländliche Regionen dennoch schlecht versorgt

Von dem Ärztezuwachs im Land profitierten sowohl Krankenhäuser als auch die ambulante Versorgung durch Arztpraxen oder medizinische Versorgungszentren. Allerdings verhindere ein generelles Ansteigen der Arztzahlen letztlich nicht, dass es in einigen Regionen und Fachgebieten personell eng werde und Patienten einen Mangel fühlten, hieß es. Insgesamt sind im Land rund 13.100 Ärzte gemeldet, wobei auch Ruheständler und Mediziner in Elternzeit eingerechnet sind.