Jena bekommt eine neue Zugverbindung

Der Hauptbahnhof in Halle an der Saale rückt künftig näher an Jena heran, der Saale-Express soll im Zwei-Stunden-Takt fahren. (Archivfoto)
Der Hauptbahnhof in Halle an der Saale rückt künftig näher an Jena heran, der Saale-Express soll im Zwei-Stunden-Takt fahren. (Archivfoto)
Foto: Peter Gercke / dpa

Jena sah sich abgekoppelt vom Fernverkehr, als die neue ICE-Schnellverbindung zwischen Berlin und München eröffnet wurde. Jetzt gibt es einen Lichtblick am Bahnhorizont.

Der „Saale-Express“ wird ab Dezember 2018 Jena und Halle (Saale) im Zwei-Stunden-Takt verbinden. Ein entsprechender Vertrag ist am Freitag in Jena von den Verkehrsministerien der Länder Thüringen und Sachsen-Anhalt sowie der Deutschen Bahn unterzeichnet worden. Die Fahrtzeit des RE 18 soll eine Stunde betragen. Zwischenstopps gibt es in Merseburg, Weißenfels, Naumburg und Bad Kösen.

Umfrage zur Bahn:

Jena wird an Halle und Sachsen-Anhalt angebunden

„Jena erhält damit eine zusätzliche schnelle Verbindung zum Fernverkehrsknoten Halle und zugleich zu wichtigen Orten in Sachsen-Anhalt“, sagte Thüringens Verkehrsministerin Birgit Keller (Linke). Ihr Kollege aus Sachsen-Anhalt, Thomas Webel (CDU), erklärte, der Express biete gute Reisemöglichkeiten für Fahrgäste im Süden Sachsen-Anhalts mit schnellen Anschlüssen von Halle in Richtung Berlin, Hamburg, Magdeburg und Köln.

Wirtschaftsregionen rücken zusammen

Jenas Oberbürgermeister Albrecht Schröter (SPD) zeigte sich ebenfalls zufrieden. „Es ist enorm wichtig, dass Jena an Halle und somit auch an die Fernverbindung nach Berlin schneller angebunden wird. Die neue Bahnlinie ist also ein richtiger Schritt, um das Saaletal und damit eine der wirtschaftsstärksten Regionen in Mitteldeutschland zu verbinden.“

Jena soll zum IC-Kreuz werden

Bei einem Bahn-Gipfel im November hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erklärt, nach dem Wegfall der ICE-Anbindung Jenas aufgrund der neuen ICE-Hochgeschwindigkeitstrasse von München über Erfurt nach Berlin brauche das Land „zum ICE-Verkehrsknotenpunkt Erfurt als Pendant ein IC-Kreuz in Jena.“ An einen Lenkungsausschuss erging der Auftrag, innerhalb von zwölf Monaten den besten Standort in Jena mit den höchsten Effekten für Saalfeld und Gera finden. Zwei Standorte stünden derzeit im Blickpunkt, um den Fern- und Nahverkehr der Bahn sowie die Busverbindungen miteinander zu vertakten: Jena-Göschwitz und das Gleisdreieck Burgau.